1X2-Wetten in Deutschland: Was die Dreiweg-Wette kostet

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 16, 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Drei Fußbälle liegen in einer Reihe auf frisch gemähtem Rasen, davor ein Tor mit Netz im Gegenlicht.
Bei der klassischen Siegwette im Fußball gibt es drei Ausgänge: „1“ für den Heimsieg, „0“ beziehungsweise „X“ für das Unentschieden und „2“ für den Auswärtssieg.

Eine 1X2-Wette ist die einfachste Wette, die der Fußball hergibt – und gleichzeitig diejenige, an der sich die meisten Diskussionen über Buchmacher entzünden. Drei Ausgänge, drei Quoten, ein Ergebnis nach neunzig Minuten. Wer „1“ ankreuzt, wettet auf Heimsieg. „X“ steht für Unentschieden. „2“ steht für Auswärtssieg. Was sich simpel liest, hat zwei Schichten: Auf der Oberfläche entscheidet der Ausgang, darunter entscheidet die Marge des Buchmachers darüber, wie viel von jedem gesetzten Euro tatsächlich an die Wettenden zurückfließt. Die Mechanik, die Kosten und die rechtliche Lage in Deutschland bilden das Fundament – ohne Prognose und ohne Versprechen.

Rechtslage: Warum die deutsche Whitelist über alles entscheidet

Wer hierzulande eine 1X2-Wette abschließen will, braucht einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Das ist keine Formsache: Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) regelt seit dem 1. Juli 2021, dass das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet in Deutschland nur mit einer Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder zulässig ist. Die Erlaubnis wird nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 27f Abs. 1 GlüStV erteilt; zuständig für Aufsicht und Bußgelder ist die GGL nach § 28a.

Ein Fußballtor mit Netz bei Sonnenuntergang auf einem leeren Platz, die Schatten der Torpfosten liegen lang auf dem Gras.
Die Whitelist der GGL führt Hillside (Europe) ENC als lizenzierten Sportwettenanbieter (Stand: 2. Oktober 2026).

Die Liste, die zählt, heißt Whitelist und wird auf der Seite der GGL veröffentlicht. Sie führt nach dem Stand vom 2. Oktober 2026 insgesamt 30 Einträge – 27 Veranstalter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei reine Pferdewetten-Veranstalter. Wer auf dieser Liste steht, darf bundesweit Sportwetten anbieten. Wer nicht auf dieser Liste steht, tut es unerlaubt.

Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Auf der Whitelist stehen nur das Ausstellungsdatum der Erlaubnis und gegebenenfalls das Datum einer Folgeerlaubnis – kein Enddatum. Das bedeutet: Wer eine Erlaubnis sieht, sieht kein Ablaufdatum. Das ist Absicht. Die GGL führt die Liste tagesaktuell, und ein Eintrag verschwindet, sobald eine Erlaubnis entzogen oder zurückgegeben wird.

Beispiel aus der Liste: Für bet365 ist Hillside (Europe) ENC als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis eingetragen. Eine maltesische Gesellschaft mit deutscher Lizenz ist im regulatorischen Rahmen des GlüStV durchaus üblich; der Sitz des Inhabers ist für die Erteilung der Erlaubnis nicht ausschlaggebend.

Was die Whitelist nicht hergibt: eine Aussage über Slots, Poker oder Casino. Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt Sportwetten. Wer bei einem Whitelist-Anbieter spielt, hat im Casino-Bereich oder beim Poker unter Umständen einen anderen Vertragspartner und andere Regeln. Die Seite hält beides auseinander.

Was die Whitelist auch nicht hergibt: ein Urteil über die Qualität des Anbieters. Sie sagt: legal. Sie sagt nicht: besonders kundenfreundlich, besonders auszahlungsstark, besonders günstig. Dafür braucht es die Bedingungen des Anbieters selbst.

Was offshore anders macht

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta steht nicht auf der Whitelist. Sie steht in Deutschland in keiner Rechtsfolge, die den Anbietern erlaubt, hierzulande Sportwetten zu vermitteln. Angebote ohne deutsche Erlaubnis sind nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt.

Für den Spielenden hat das drei sichtbare Folgen: kein Anschluss an OASIS, der bundesweiten Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV; kein Anschluss an LUGAS, die Limitdatei nach § 6c Abs. 1; und keine deutsche Stelle, an die man sich im Streitfall wenden kann. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, spielt außerhalb des deutschen Schutzrahmens.

Offshore bedeutet auch nicht automatisch „kostenlos von der Wettsteuer“. Die Sportwettensteuer nach §§ 17, 18 RennwLottG fällt unabhängig von der Erlaubnis an. Sie schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende – das ändert aber nichts daran, dass Anbieter sie im Marktpreis einpreisen oder auf die Spielenden umlegen. Wer eine Wettsteuer-Quittung sieht, hat deswegen noch keine deutsche Erlaubnis.

Strafrechtlich bleibt die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel nach § 285 StGB zwar eine Straftat – bis zu sechs Monate oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind in der Praxis nicht bekannt. Das ist weder Freibrief noch Schutzbehauptung, sondern eine ehrliche Beschreibung: Es gibt kein Risiko, das die Werbung der Offshore-Branche dramatisiert, und keinen Schutz, den die deutsche Aufsicht bieten könnte.

Warum der BGH-Fall die Branche beschäftigt

Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Im konkreten Fall fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Es geht um eine Frage, die für jede unternehmerische Tätigkeit von Bedeutung ist, die in mehreren Rechtsordnungen gleichzeitig arbeitet: Muss ein Anbieter Einsätze zurückzahlen, wenn er zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses keine deutsche Erlaubnis hatte?

Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Eine Ausnahme sieht er, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Urteil selbst steht noch aus.

Was die Seite hier festhält: Es geht um rückwirkende Ansprüche aus Zeiten, in denen der deutsche Markt gerade neu geordnet wurde. Es geht nicht um die Frage, ob morgen ein Spielender sein Geld aus einer aktuellen Wette zurückholen kann. Wer heute bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, spielt in einer Grauzone, die ein EuGH-Urteil eher enger ziehen wird als weiter.

Verantwortungsvolles Spielen: Was 1X2-Wetten an Disziplin verlangen

Eine Wette auf Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg wirkt harmlos. Sie ist es nicht – nicht, weil der Ausgang unberechenbar wäre, sondern weil drei Ausgänge mit Quoten in einer Quote so etwas wie eine eingebaute Erwartung sind. Wer „2“ zu 3,20 ankreuzt, drückt aus, dass er den Auswärtssieg für wahrscheinlicher hält, als es die Quote abbildet. Macht er das oft genug, ohne dass die Wette aufgeht, hat er nicht die Quote falsch gelesen, sondern seine Disziplin.

Vier Anker, an denen sich Disziplin messen lässt, stehen jedem Spielenden offen:

Das monatliche Einzahlungslimit. Nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt auf allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis ein einheitliches Limit von 1.000 € pro Kalendermonat – umgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Es ist ein hartes Limit, kein Werbeversprechen. Anbieter dürfen nach oben abweichen, wenn ein Spielender seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist – bis 10.000 € im Einzelfall, bis 30.000 € für höchstens ein Prozent der aktiven Spielenden. Wer keine Belege vorlegt, bleibt bei 1.000 €. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das ist Absicht: Wer mehr setzen will, soll eine Bedenkzeit bekommen.

Die Sperrdatei OASIS. Bei jeder Anmeldung und bei jedem Login prüft der Anbieter, ob der Name in der zentralen Sperrdatei steht. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, spielt nirgends mehr in Deutschland – nicht beim gleichen Anbieter und nicht beim nächsten. Das ist der Punkt, an dem „nur einmal bei einem anderen Anbieter probieren“ zur Selbsttäuschung wird.

Der Panikbutton. § 6i Abs. 3 GlüStV verpflichtet die Anbieter zu einer sofortigen 24-Stunden-Sperre auf Knopfdruck. Siebenundzwanzig Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis müssen diese Funktion vorhalten. Wer sie braucht, soll nicht erst eine Selbstsperre durchlaufen müssen, die am nächsten Tag schon wieder infrage steht.

Das eine Konto pro Anbieter. § 6a GlüStV verlangt eine vollständige Verifizierung vor der ersten Auszahlung. In einer Übergangsphase von 72 Stunden darf ein Anbieter Spiel ohne Verifizierung mit einem Einzahlungslimit von 100 € erlauben – mehr nicht, und keine Auszahlung. Wer parallel bei mehreren Anbietern spielt, verstößt nicht nur gegen das Kleingedruckte, sondern gegen § 6h GlüStV (Verbot des Parallelspielens, technisch umgesetzt über die Aktivitätsdatei LUGAS).

Was das mit 1X2-Wetten zu tun hat? Mehr als die Mechanik vermuten lässt. Die Quote 2,50 auf Auswärtssieg hat eine Anziehungskraft, die sich nicht aus dem Fußball erklärt, sondern aus dem, was sie im Portemonnaie verspricht. Wer auf zehn Spiele gleichzeitig setzt, sieht nicht mehr das einzelne Spiel. Wer einmal zu viel verliert, sieht nicht mehr den Buchmacher. Beide Wege führen in dieselbe Schutzarchitektur, die der Gesetzgeber aufgebaut hat, damit aus einem Sonntagnachmittag mit drei Wetten nicht ein Sonntagnachmittag mit dreißig wird.

Prognosen lesen: Was Tipps taugen und was nicht

Wer nach „1×2 Prognosen heute“ sucht, will eine konkrete Empfehlung: dieses Spiel, dieser Ausgang, diese Quote. Was die Suchanfrage tatsächlich findet, sind drei sehr unterschiedliche Dinge: Statistike, die Wahrscheinlichkeiten aus Form und Tabellenlage ableiten; Buchmacher-Quoten, die eine implizite Erwartung enthalten; und Foren, die den Buchmacher-Quoten eine andere Farbe geben. Die Seite erklärt, was jedes davon kann – und was keines davon kann.

Was Form und Tabellenlage hergeben

Heimvorteil im Fußball ist real. Er liegt empirisch bei rund 45 % Heimsiegen, 27 % Unentschieden, 28 % Auswärtssiegen in europäischen Top-Ligen über längere Zeiträume. Eine 1X2-Wette „1“ zu 2,10 hat damit eine faire Bewertung von knapp 47 % Wahrscheinlichkeit – die Quote selbst liegt leicht unter dem Durchschnitt, der Buchmacher also auf der vorsichtigen Seite. Eine Quote „2“ zu 4,50 entspricht etwa 22 % – das ist ein Auswärtssieg-Tipp gegen einen klar favorisierten Heimclub, gewagt, aber nicht ungewöhnlich.

Diese Zahlen sind Durchschnittswerte. Sie treffen das einzelne Spiel nicht. Eine Mannschaft, die viermal in Folge zu Hause verloren hat, hat einen schlechteren Heimvorteil als eine, die viermal gewonnen hat. Verletzungen, Sperren, Wetter, Belag – alles, was ein Statistikmodell nicht kennt, kann eine Quote kippen. Wer aus Form und Tabellenlage liest, liest den Korridor, nicht das Ergebnis.

Was die Quote hergibt – und was nicht

Die Quote ist eine Erwartung des Buchmachers, kein Versprechen an den Spielenden. Eine Quote „1“ zu 1,50 sagt: Der Buchmacher sieht diesen Ausgang als sehr wahrscheinlich an. Eine Quote „X“ zu 4,20 sagt: Der Buchmacher sieht ihn als unwahrscheinlich an. Beides ist eine Schätzung. Wer die Quote versteht, versteht die Schätzung – nicht den Ausgang.

Hinzu kommt die Buchmacher-Marge, die in jeder Quote steckt. Bei drei Quoten von 2,10 / 3,40 / 3,50 beträgt die Marge rund 8 %. Der Buchmacher behält im Schnitt 8 Cent je gesetztem Euro, was die Quote konservativer macht, als sie rein rechnerisch sein müsste. Das ist der Mechanismus, mit dem Sportwettenanbieter kalkulieren.

Was Prognosen aus dem Netz nicht hergeben

Tipps von selbsternannten Experten, KI-Modelle, die „sichere“ 1X2-Tipps behaupten – das alles unterliegt derselben Mathematik wie jede andere Wette. Wer vor dem Spiel behauptet, das Ergebnis zu kennen, lügt. Wer nach dem Spiel behauptet, es gewusst zu haben, schmückt sich. Der einzig ehrliche Satz lautet: Eine 1X2-Prognose ist eine Hypothese, die an einer Quote hängt, die auf einem Korridor beruht. Mehr ist es nicht.

Das heißt nicht, dass Wetten sinnlos sind. Wer eine Quote liest, mit eigener Information abgleicht, im Korridor bleibt und das monatliche Limit einhält, kann langfristig einen Vorteil gegenüber dem Buchmacher haben – so wie ein Schachspieler gegen einen Computer verlieren, aber gegen einen anderen Schachspieler gewinnen kann. Die Voraussetzung ist nicht „der sichere Tipp“, sondern die Disziplin.

Wettmärkte und Quoten: Wie aus 1, X und 2 Zahlen werden

Die 1X2-Wette steht im Zentrum des Fußball-Wettprogramms fast jedes Anbieters. Sie ist der Standard, an dem sich andere Märkte messen lassen – Doppelte Chance, Asian Handicap, Über/Unter, Ergebniswette. Wer die 1X2-Wette versteht, versteht auch, was eine Handicap-Linie oder eine Doppelte Chance wert ist. Beide lassen sich auf die Quote zurückrechnen.

Die Quote als Preis, nicht als Versprechen

Eine Quote 2,50 bedeutet: Setzt der Spielende 10 €, gewinnt er 25 € zurück. Davon abgezogen werden der Einsatz (10 €) und gegebenenfalls die Sportwettensteuer – was als Bruttogewinn 15 € ergibt, als Nettogewinn nach Steuer weniger. Die Faustregel: Rückzahlung = Einsatz × Quote, Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1).

Beispielrechnung: 20 € auf Auswärtssieg zu Quote 3,10. Rückzahlung bei Gewinn: 20 × 3,10 = 62 €. Bruttogewinn: 62 − 20 = 42 €. Anbieter mit Quotenabschlag von 5 % auf den Bruttogewinn ziehen 2,10 € ab; der Auszahlungsbetrag sinkt auf 59,90 €. Die Wette selbst bleibt unverändert steuerlich: Sie schuldet der Anbieter, nicht der Spielende.

Was eine Quote nicht ist: ein Hinweis darauf, wie wahrscheinlich der Ausgang tatsächlich ist. Eine Quote 1,30 kann in einem Spiel stehen, das der Buchmacher für 80 % wahrscheinlich hält – oder für 75 %, weil die Marge eingepreist ist. Die Quote ist eine Beobachtung, kein Orakel.

Die Marge als unsichtbarer Preis

Der Buchmacher setzt die Quoten so, dass er auf jedem Spiel Geld verdient – egal, wie es ausgeht. Das gelingt ihm, weil die drei Quoten zusammen weniger als 100 % Auszahlung ergeben. Eine 1X2-Auszahlungsquote von 95 % heißt: 95 Cent je gesetztem Euro fließen im statistischen Mittel an die Spielenden zurück. Die restlichen 5 Cent sind die Marge.

Wie wird das sichtbar? Wer ein Spiel mit fairen Quoten 2,50 / 3,30 / 3,00 hätte, sieht beim Buchmacher typischerweise 2,40 / 3,10 / 2,85 – jede Quote ein wenig niedriger, in der Summe so weit, dass der Buchmacher auf jeden Fall gewinnt. Wie viel er gewinnt, hängt von der Marge ab. Die Bandbreite bei deutschen Whitelist-Anbietern liegt typischerweise zwischen 4 % und 8 %, bei Top-Ligen teils darunter.

Rechenbeispiel: Quoten 1,90 / 1,90 / 1,90 für einen Zweier-Ausgang (Heimsieg oder Auswärtssieg). Die Auszahlungsquote liegt bei 95 %, die Marge bei 5 %. Bei Drei-Wege-Märkten mit Quoten von 2,10 / 3,40 / 3,50 steigt die Marge typischerweise auf etwa 8 %. Je enger die Quoten beieinander liegen, desto höher ist die Auszahlungsquote und desto knapper kalkuliert der Anbieter.

Der Spielende merkt die Marge an zwei Stellen: an einer Quote, die niedriger ist, als sie sein müsste, und an einer Quote, die sich weniger bewegt, als die Wahrscheinlichkeit es tun würde. Wer regelmäßig dieselben Spiele bei mehreren Anbietern vergleicht, sieht den Unterschied – und merkt, dass „100 % Bonus“ auf einer 8 %-Marge weniger wert ist als auf einer 5 %-Marge.

Varianten der 1X2-Wette

Doppelte Chance deckt zwei der drei Ausgänge ab – 1X (Heimsieg oder Unentschieden), 12 (Heimsieg oder Auswärtssieg), X2 (Unentschieden oder Auswärtssieg). Die Quote ist niedriger als bei der reinen 1X2-Wette, weil die Trefferwahrscheinlichkeit steigt. ODDSET bietet die Siegerwette und die Doppelte Chance im Wettprogramm Kompakt parallel an.

Asian Handicap gleicht die Kräfteverhältnisse aus, indem eine Mannschaft ein virtuelles Tor Vorsprung bekommt. Eine Wette auf „Heimsieg mit Handicap −1,5“ gewinnt nur, wenn der Heimclub mit zwei Toren Differenz gewinnt; ein Unentschieden oder ein knapper Sieg reicht nicht. Die Quote steigt, weil die Bedingung härter wird.

Ergebniswette tippt das exakte Resultat (1:0, 2:1, 3:3). Die Quote ist hoch, weil zwölf oder mehr Ergebnisse im Spiel sind; die Trefferquote niedrig. Wer sie spielt, spielt gegen die Marge in einer ihrer schärfsten Formen.

Über/Unter 2,5 Tore fragt nicht nach dem Sieger, sondern nach der Torzahl. Drei Ausgänge fallen weg, zwei bleiben. Die Quote liegt meist dichter am Auszahlungsniveau als beim 1X2, weil die Buchmacher den Tor-Markt enger kalkulieren.

Was nach regulärer Spielzeit zählt – und was nicht

Eine 1X2-Wette steht oder fällt mit dem Ergebnis nach 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Elfmeterschießen zählen nicht – außer ein Anbieter hat den Markt explizit als „inklusive Verlängerung“ gekennzeichnet. Wettarena, Winamax und Interwetten werten ihre 1X2-Märkte alle nach regulärer Spielzeit, sofern nichts anderes vermerkt ist. Bei Basketball, Baseball und American Football zählt das Ergebnis nach Verlängerung; die jeweiligen Sportregeln geben den Ausschlag.

Wer im Pokal auf „2“ wettet und das Team in der Verlängerung verliert, hat verloren – auch wenn der Buchmacher in der Kommentarfunktion die Verlängerung als „Spektakel“ feiert. Wer auf „1“ wettet und das Spiel wird nach 70 Minuten abgebrochen, hat Anspruch auf eine ungültige Wette und die Rückzahlung des Einsatzes – sofern der Ausgang zum Abbruchzeitpunkt noch nicht feststand. Welche Fristen gelten, hängt vom Anbieter ab: Wettarena prüft auf einen Ersatztermin innerhalb von 24 Stunden, Winamax auf 48 Stunden, bwin auf einen Abbruch am selben Tag. Die Bedingungen sind nicht gleich, aber die Stoßrichtung ist es: Wette ungültig, Einsatz zurück.

Wie Anbieter die Wettsteuer handhaben

Die Sportwettensteuer ist nach §§ 16 bis 25 RennwLottG eine Pflicht des Veranstalters – 5,3 % auf der Basis „Einsatz minus die Steuer selbst“. Der effektive Steuersatz liegt damit bei rund 5,03 % des Bruttoeinsatzes (5,3 / 105,3). Die Frage, ob und wie der Anbieter sie an die Spielenden weitergibt, ist seine Entscheidung. Drei Modelle sind am Markt sichtbar:

Modell A – der Anbieter trägt die Steuer selbst. ODDSET zieht 5 % auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette ab und weist den Nettobetrag aus. Interwetten trägt die Sportwettensteuer selbst und nimmt stattdessen einen pauschalen Quotenabschlag von 5,3 % auf jede Wette vor – das ist nicht die Steuer, sondern eine Quote-Anpassung, die so kalkuliert ist, dass die Steuer im Haus bleibt. Winamax bewirbt im Footer seiner Website „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ – und verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen vom 1. April bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.

Modell B – der Anbieter gibt die Steuer an die Spielenden weiter. DAZN Bet erhebt auf jede Sportwette einen Quotenabschlag von 5 %, der automatisch berechnet und im Kontoverlauf je Wette sichtbar wird. Das ist ein anderes Modell als bei Interwetten: Hier wird die Wettsteuer offengelegt, dort ist sie in die Quote eingepreist. Beide Wege kosten Geld; sie unterscheiden sich nur in der Transparenz.

Modell C – Hybridlösungen. Einige Anbieter werben mit „steuerfreien“ Kombiwetten oder reduzieren den Quotenabschlag auf Kombiwetten, weil dort der Reingewinn pro Schein höher und der Steueranteil relativ kleiner ausfällt. Das ist ein legitimer Marketing-Weg – aber wer genau hinschaut, sieht, dass auch hier die Marge des Anbieters der Hauptkostenfaktor ist und die Wettsteuer nur eine von mehreren Positionen.

Was das für die Spielenden bedeutet: Die effektive Belastung durch die Wettsteuer liegt bei den meisten Anbietern zwischen 0 % und 5,3 % – je nachdem, wer sie trägt und wie sie verrechnet wird. Wer Anbieter vergleicht, vergleicht drei Dinge: das Wettprogramm, das Quotenniveau und die Behandlung der Steuer. Wer nur auf den Bonus schaut, sieht die Marge nicht.

Buchmacher im Vergleich: Was die zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis unterscheidet

Die folgende Übersicht führt zehn Anbieter, die zum Stand 2. Oktober 2026 auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Die Tabelle ordnet sie nach der Reihenfolge des Whitelist-Eintrags, nicht nach einer Bewertung – was die Anbieter im Einzelfall besser oder schlechter macht, steht in den Abschnitten darunter. „Erlaubnis seit“ nennt das Datum der ersten Erlaubnis nach § 9a GlüStV; eine Folgeerlaubnis bedeutet eine verlängerte oder erneuerte Erlaubnis im selben Verfahren, nicht eine zweite Lizenz.

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Erlaubnis seit
Sportwetten Whitelist – Sportwetten NetX Betting Limited 19.11.2020
bwin Whitelist – Sportwetten bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway Whitelist – Sportwetten Betway Limited 09.03.2021
Tiptorro Whitelist – Sportwetten Torro Tec Limited 30.06.2021
Interwetten Whitelist – Sportwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
DAZN Bet Whitelist – Sportwetten DZBT Operations Limited 22.08.2023
bet365 Whitelist – Sportwetten Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
NEO.bet Whitelist – Sportwetten Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Winamax Whitelist – Sportwetten WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
Betano Whitelist – Sportwetten Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021

Was die Tabelle zeigt: Die Erlaubnisse verteilen sich auf die Jahre 2020 bis 2023, die meisten Erteilungen liegen im zweiten Halbjahr 2020 nach Inkrafttreten des GlüStV 2021. Drei Anbieter (Sportwetten.de, bwin, Betway, Tiptorro, Interwetten, bet365, NEO.bet, Winamax, Betano) haben eine Folgeerlaubnis erhalten – ein Zeichen, dass das Verfahren in der zweiten Runde reibungslos gelaufen ist. DAZN Bet ist mit 2023 der jüngste Anbieter im Set. Über die Qualität der Wettprogramme sagt die Tabelle nichts; sie ist eine Lizenzübersicht, kein Qualitätsurteil.

Was die Tabelle zeigt: Die Inhaber sind nicht zwangsläufig deutsche Gesellschaften. Hinter Hillside (Europe) ENC oder WINAMAX stehen internationale Firmenstrukturen, die jedoch über die deutsche Erlaubnis verfügen. Dies ist ein regulärer Vorgang nach dem geltenden Glücksspielstaatsvertrag.

Sportwetten.de – schmale Marge, strenge Umsatzbedingungen

Sportwetten.de gehört zu den Anbietern der ersten Stunde nach Inkrafttreten des GlüStV 2021. Die Erlaubnis wurde am 19. November 2020 erteilt, eine Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022. Das Wettprogramm deckt die deutschen Profiligen ab, dazu Tennis, Basketball, Eishockey und eine Reihe weiterer Sportarten.

Was die Seite beim Willkommensbonus zeigen kann, ist die Mechanik, nicht die Empfehlung. Bei einer Einzahlung von 100 € und einem Bonus von 100 € muss der Einzahlungsbetrag 1-fach und der Bonusbetrag 6-fach mit Einsätzen auf Sportwetten umgesetzt werden – insgesamt also 700 € Umsatz. Zulässig sind nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. Wer die Bedingungen rechnet, sieht: 700 € Umsatz zu einer Marge von etwa 5 % bedeutet im statistischen Mittel einen Verlust von rund 35 € im Zuge der Umsetzung. Wer das mit einem erwarteten Bonus von 100 € saldiert, kommt netto auf etwa 65 €. Das ist die Rechnung, die das Marketing verschweigt.

Wer Disciple–Bet für sich nutzt, sollte die Mindestquote 2,00 pro Schein ernst nehmen – das schließt eine 1X2-Wette auf einen klaren Favoriten (Quote 1,30) aus, weil sie unter der Schwelle liegt. Die Bedingung zwingt dazu, riskantere Wetten zu spielen, und genau das treibt den erwarteten Verlust nach oben.

bwin – Live-Streams, Cashout und ein breites Wettprogramm

bwin tritt in Deutschland als bwin auf, die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022. Die App wird im Apple App Store unter dem Namen „bwin – Sportwetten App“ von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout in manuellem und automatischem Modus, Live-Streams und Live-Statistiken, einen Kombi-Boost für Kombiwetten und einen Quoten-Boost für ausgewählte Märkte.

Was bwin vom Wettprogramm her abdeckt, ist Standard: Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, American Football und eine Reihe weiterer Disziplinen. Bei verschobenen oder abgebrochenen Spielen wertet bwin die Wette als ungültig, sofern der Ausgang zum Abbruchzeitpunkt nicht bereits feststeht; bei einer Aussetzung gilt dasselbe, solange das Spiel nicht am selben Tag (Ortszeit) wieder aufgenommen und beendet wird. Das ist im Marktvergleich eine eher strenge Auslegung – andere Anbieter geben 24 oder 48 Stunden Zeitfenster.

Die Seite bewertet die Live-Funktionen als das, was sie sind: Werkzeuge. Cashout erlaubt es, eine Wette vorzeitig zu schließen – entweder den gesamten Betrag oder einen Teil davon, je nach Anbieter und Spielstand. Live-Streams zeigen das Spiel, das man wettet, soweit die Übertragungsrechte es hergeben. Beides ist kein Vorteil gegenüber dem Buchmacher, sondern eine Funktion, die Wettende disziplinierter machen kann – wer Cashout nutzt, sichert sich einen Teil des Gewinns und entkommt der Versuchung, eine schlechte Wette laufen zu lassen.

Betway – Konfigurator+ und Cashout auf Knopfdruck

Betway ist seit dem 9. März 2021 mit deutscher Erlaubnis am Markt, die Folgeerlaubnis datiert auf den 23. Dezember 2022. Die App heißt im Apple App Store „Betway Sports Live Sportwetten“ und stammt von Betway Limited.

Die Funktion, die Betway in der Entwicklerbeschreibung hervorhebt, ist der Konfigurator+ – ein Wettkonfigurator, der Auswahlen aus verschiedenen Partien zu einer Wette kombiniert. Das ist im Kern eine Kombiwette, deren Aufbau der Anbieter technisch erleichtert. Beim Cashout erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der aktuellen Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil.

Was die Seite bei Betway hervorhebt, ist das Cashout-Angebot in Verbindung mit der Konfigurator-Funktion. Wer mehrere Spiele auf einem Schein hat, kann auf jedem Spielstand prüfen, ob ein vorzeitiger Ausstieg sinnvoll ist – etwa, wenn eines der ersten Spiele verloren geht und die Folgespiele das nicht mehr retten können. Das ist Disziplin in Werkzeugform.

Tiptorro – Systemwetten und Teil-Cashout

Tiptorro tritt als Tiptorro auf, die Erlaubnis datiert auf den 30. Juni 2021 mit Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Hinter dem Anbieter steht die Torro Tec Limited. Die App heißt im Apple App Store „Tiptorro“ und wird in der Entwicklerbeschreibung als Anbieter für Einzel-, Kombinations-, Mehrweg- und Systemwetten positioniert – sowohl vor Spielbeginn als auch live. Solange das Ticket offen ist, bietet Tiptorro einen Rückkauf an (Cashout und Teil-Cashout).

Was Systemwetten von Kombiwetten unterscheidet: Bei einer Kombiwette müssen alle Auswahlen gewinnen, damit der Schein insgesamt gewinnt; bei einer Systemwette werden Teile des Scheins als eigenständige Kombinationen ausgewertet, sodass auch dann ein Gewinn entsteht, wenn nicht alle Tipps aufgehen. Die Quote ist niedriger als bei einer reinen Kombiwette, weil das Risiko sinkt. Für Spielende, die mehrere Spiele gleichzeitig spielen wollen, ohne alles auf eine Karte zu setzen, ist das eine sinnvolle Funktion.

Die Seite bewertet die Systemwette als ein Werkzeug, das die Marge des Buchmachers nicht auflöst – sie verteilt das Risiko nur anders. Wer eine Systemwette „2 aus 3“ spielt, zahlt im statistischen Mittel immer noch die Marge des Anbieters; er hat nur eine höhere Trefferchance bei niedrigerem Gewinn. Das ist kein Trick gegen die Marge, sondern eine Wahl im Risikoprofil.

Interwetten – Wettsteuer im Quotenabschlag versteckt

Interwetten ist seit dem 2. November 2020 mit deutscher Erlaubnis am Markt, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten (Version 1.1, Stand 07.07.2021) regeln in Teil G Nr. 8, dass Interwetten die Sportwettensteuer trägt und stattdessen bei jeder Wette einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt. Das ist ein anderes Modell als bei Anbietern, die den Quotenabschlag als „Wettsteuer“ ausweisen – bei Interwetten ist die Wettsteuer im Quotenabschlag eingepreist und wird nicht zusätzlich erhoben.

Für die Spielenden bedeutet das Modell der Quote: Die angezeigte Quote ist bereits um 5,3 % reduziert; wer auf Auswärtssieg zu 3,10 wettet, hat effektiv auf Quote 2,94 gewettet, bevor das Spiel beginnt. Das ist transparenter als ein Quotenabschlag nach der Wette, weil die Quote von vornherein den richtigen Wert zeigt. Es ist aber auch nachteiliger im Marketing, weil „3,10“ mehr nach Gewinn aussieht als „2,94“.

Bei Fußball, Eishockey und Handball wertet Interwetten das Ergebnis nach planmäßiger Spielzeit; Verlängerung und Elfmeterschießen zählen nicht, außer bei Sonderwetten. Bei American Football, Basketball und Baseball zählen Verlängerungen. Das ist Standard im Markt.

DAZN Bet – fünf Prozent Quotenabschlag, automatisch berechnet

DAZN Bet ist der jüngste Anbieter im Set, die Erlaubnis wurde am 22. August 2023 erteilt. Hinter dem Angebot steht die DZBT Operations Limited. Was die Wettsteuer angeht, ist DAZN Bet klar: Auf jede Sportwette wird ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, der automatisch berechnet wird; im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar.

Das Modell hat einen Vorteil: Wer wissen will, was eine Wette effektiv kostet, sieht es im Kontoverlauf. Das Modell hat einen Nachteil: 5 % auf jede Wette sind mehr, als die meisten Anbieter verlangen – Interwetten etwa nimmt 5,3 % auf jede Wette, aber im Quotenabschlag versteckt, während Winamax auf den Bruttogewinn verzichtet. Wer DAZN Bet wählt, wählt einen Anbieter mit transparenter, aber nicht niedriger Wettsteuer.

Für DAZN Bet spricht die Sportartenvielfalt, die der Mutterkonzernator DAZN mitbringt – die Bandbreite an Live-Streams ist groß. Gegen DAZN Bet spricht die Wettsteuer, die bei jeder Wette sichtbar wird. Wer viele kleine Wetten spielt, sieht die 5 % eher als jemand, der wenige große Scheine abgibt.

bet365 – Konfigurator-Boost und Gewinn-Boost

bet365 tritt als bet365 auf, die Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Inhaber ist Hillside (Europe) ENC. Das Wettprogramm deckt Standard-Sportarten ab, dazu Nischen wie Snooker, Darts und Cricket.

Die Funktionen, die bet365 in der Eigenwerbung hervorhebt, sind zwei Boosts: ein Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen mit kombinierten Quoten ab 2,00 sowie ein Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Beide sind Anreize, mehr Auswahlen auf einen Schein zu packen – was den Umsatz erhöht, aber auch das Risiko vervielfacht.

Was die Seite bei bet365 hervorhebt: Die Konfigurator-Funktion ist ein Bet Builder im Markt-Sinn, der Märkte eines Spiels zu einer Wette kombiniert. Wer einzelne 1X2-Wetten mit Über/Unter und „nächstes Tor“ kombiniert, baut sich eine Wette, die es als Einzelmarkt nirgends gibt. Die Quote ist höher als bei einer Einzelwette, aber die Marge multipliziert sich mit – der Buchmacher behält auf jeder Auswahl seinen Anteil, und am Ende ist die Gesamtmarge höher als bei einer einzelnen 1X2-Wette. Das ist der Preis des Konfigurators.

NEO.bet – Cashout und Live-Wetten im Standardprogramm

NEO.bet ist seit dem 9. Oktober 2020 mit deutscher Erlaubnis am Markt, die Folgeerlaubnis datiert auf den 22. Dezember 2022. Hinter dem Anbieter steht die Greenvest Betting Limited. Die App heißt im Apple App Store „NEO.bet Sports Betting App“ und wird in der Entwicklerbeschreibung als Anbieter für Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout positioniert.

Was NEO.bet vom Wettprogramm her abdeckt, ist Fußball mit Schwerpunkt; die Auswahl an Live-Märkten ist kleiner als bei den ganz Großen, aber funktional ausreichend. Für Spielende, die eine schmale, schnelle App suchen und nicht das gesamte Sportwetten-Universum brauchen, ist NEO.bet eine plausible Wahl. Für Spielende, die Wert auf ein möglichst breites Wettprogramm legen, sind andere Anbieter besser aufgestellt.

Winamax – 0 % Wettsteuer im Marketing

Winamax tritt in Deutschland als Winamax auf, die Erlaubnis datiert auf den 29. Juni 2021 mit Folgeerlaubnis am 8. Dezember 2022. Inhaber ist die WINAMAX (Société anonyme), eine französische Gesellschaft. Das Wettprogramm konzentriert sich auf Fußball, Tennis, Handball und Basketball.

Was Winamax im Footer seiner Website bewirbt, ist „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen (Fußball, Tennis, Handball) vom 1. April bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Die Seite hält das fest, ohne es zu bewerten: Eine Studie, die ein Anbieter in Auftrag gibt und auf seiner eigenen Website zitiert, ist kein neutraler Marktstandard. Wer die Aussage prüft, sieht, dass sie sich auf 45 % der Quoten bezieht – nicht auf 100 %. Bei den anderen 55 % kann Winamax auch schlechter liegen als die Konkurrenz.

Beim Willkommensangebot verdoppelt Winamax die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets – ohne Umsatzbedingungen für die Freebets selbst. Die Einzahlung muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Das ist im Marktvergleich eine ungewöhnlich niedrige Mindestquote – wer die Einzahlung umsetzt, kann sie auf einen klaren Favoriten (Quote 1,30) setzen und behält trotzdem die Bedingung. Bei Sportwetten-Anbietern mit Mindestquoten von 1,80 oder 2,00 ist das eine deutlich strengere Bedingung.

Für verschobene oder abgebrochene Spiele wertet Winamax die Wette als ungültig, wenn das Ereignis abgesagt wird, mehr als 48 Stunden nach dem ursprünglichen Start beginnt oder mehr als 48 Stunden unterbrochen ist. Bei Fußball, Tennis, Handball und Basketball zählt das Ergebnis nach regulärer Spielzeit; Verlängerung und Elfmeterschießen zählen nicht.

Betano – Bet Builder und Live-Streaming

Betano tritt als Betano auf, die Erlaubnis datiert auf den 19. Februar 2021 mit Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022. Hinter dem Anbieter steht die Betkick Sportsbetting Limited. Die App heißt im Apple App Store „Betano Sportwetten und Slots“ und wird in der Entwicklerbeschreibung als Anbieter für Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming positioniert – genannt werden unter anderem LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.

Was die Seite bei Betano hervorhebt, ist das Live-Streaming-Angebot in der Breite. Wer mehrere Sportarten gleichzeitig verfolgen will, hat bei Betano mehr Auswahl als bei den meisten anderen Anbietern im Set. Die Funktion kostet den Spielenden nichts direkt, aber sie macht das Wetten interaktiver – und damit auch anfälliger für impulsive Entscheidungen. Wer Live-Streams nutzt, sollte das monatliche Einzahlungslimit im Auge behalten.

Der Bet Builder kombiniert mehrere Märkte eines Spiels zu einer Wette – ähnlich wie der bet365-Konfigurator, mit derselben Logik: Mehr Auswahlen, höhere Quote, höhere Marge. Für Spielende, die gezielt auf ein Spiel setzen wollen, ist das eine sinnvolle Funktion. Für Spielende, die das 1X2-Spiel einfach halten wollen, ist eine Einzelwette auf Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssergie die einfachere Wahl.

Was die zehn Anbieter im Vergleich trennt

Vier Linien, an denen sich die Anbieter unterscheiden:

Wettprogramm und Tiefe. bet365, bwin und Betano führen die größten Programme mit den meisten Live-Streams; NEO.bet und Sportwetten.de führen kleinere Programme, die für den Alltag aber ausreichen.

Behandlung der Wettsteuer. Winamax bewirbt „0 % Wettsteuer“, Interwetten versteckt sie im Quotenabschlag, DAZN Bet legt sie offen. Was das effektiv kostet, hängt vom Wettverhalten ab – wer viele kleine Wetten spielt, sieht DAZN Bet eher; wer wenige große Scheine spielt, sieht Winamax eher.

Funktionen. Cashout und Teil-Cashout bieten bwin, Betway, Tiptorro, NEO.bet und Betano. Bet Builder und Konfigurator bieten bet365 und Betano. Live-Streams in der Breite bieten bwin und Betano. Wer auf bestimmte Funktionen Wert legt, sortiert das Set daran aus.

Umsatzbedingungen beim Willkommensbonus. Sportwetten.de verlangt 700 € Umsatz bei Mindestquote 2,00; Winamax verlangt 100 € Umsatz bei Mindestquote 1,05. Das ist der größte Spread im Set – und genau der Punkt, an dem „Bonus“ und „reale Kosten“ am weitesten auseinander liegen.

Wer die Anbieter vergleicht, vergleicht nicht „Wer ist der beste?“, sondern „Wer passt zu welchem Wettverhalten?“. Wer jede Woche zehn Spiele spielt, achtet auf Marge und Wettsteuer. Wer einmal im Monat eine Kombiwette setzt, achtet auf Wettprogramm und Funktionen. Wer einen Bonus einlösen will, liest die Umsatzbedingungen, bevor er die Einzahlung macht.

Grundlage und Einordnung: Was die 1X2-Wette im Wettprogramm leistet

Die 1X2-Wette ist nicht irgendeine Wette – sie ist die Wette, an der ein Wettanbieter gemessen wird, wenn es um Fußball geht. Wer das Programm eines Anbieters öffnet und die 1X2-Wette nicht findet, hat keinen Anbieter vor sich, der Fußball kann. Wer die Wette findet, sieht daran, wie der Anbieter kalkuliert – drei Quoten, eine Marge, ein Ergebnis nach neunzig Minuten.

Ein Notizbuch mit drei handgezeichneten Spalten und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch, seitlich fällt Tageslicht herein.
ODDSET bietet im Wettprogramm Kompakt die Siegerwette auf Heimsieg, Unentschieden oder Gastsieg an, auch als Doppelte Chance über zwei Ausgänge.

Die Marge schwankt je nach Spiel und Markt. Bei drei Quoten von 2,10 / 3,40 / 3,50 liegt sie beispielsweise bei etwa 8 %, bei anderen Märkten mit gestreckteren Quoten kann sie auf 4 % sinken. Sie ist somit keine feste Größe, sondern ein variabler Bestandteil der Wettkalkulation.

Was die 1X2-Wette im Wettprogramm leistet, ist eine Sache: Sie zeigt die Wahrscheinlichkeitsschätzung des Anbieters in einer einzigen Zeile. Wer „1“ zu 2,10 sieht, weiß: Der Anbieter schätzt den Heimsieg auf etwa 47 %; die tatsächliche Wahrscheinlichkeit mag bei 50 % oder 45 % liegen – das ist das, was die Spielenden schätzen müssen, um einen Vorteil zu finden. Wer das nicht schätzt, sondern der Quote blind folgt, spielt gegen die Marge. Wer es schätzt und konsequent umsetzt, hat zumindest eine Chance.

Drei Dinge, die auf dem Weg zur 1X2-Wette häufig übersehen werden:

Der Auszahlungs- und Nettogewinn. 10 € auf Quote 3,50 zahlen 35 € zurück, nicht 25 €. Wer den Bruttogewinn mit dem Nettogewinn verwechselt, sieht die Wette größer, als sie ist.

Die Marge. Sie ist der Grund, warum dieselbe Wette bei zwei Anbietern unterschiedliche Quoten hat. Sie ist auch der Grund, warum „beste Quote“ ein relativer Begriff ist.

Der Modus. Eine 1X2-Wette zählt nach regulärer Spielzeit. Wer im Pokal auf „2“ wettet und das Spiel geht in die Verlängerung, hat verloren, sobald die Verlängerung den Ausgang kippt – auch wenn das Spiel am Ende 2:3 aus Sicht des Heimclubs steht.

Wer diese drei Dinge verinnerlicht, hat das Handwerkszeug, das die 1X2-Wette voraussetzt. Wer sie ignoriert, spielt nicht gegen den Buchmacher, sondern gegen sich selbst.

Häufig gestellte Fragen zu 1X2-Wetten

Was bedeuten die Ziffern 1, X und 2 bei einer 1X2-Wette?

Die Ziffern stehen für die drei möglichen Ausgänge eines Fußballspiels nach regulärer Spielzeit. „1“ bedeutet Heimsieg, „X“ bedeutet Unentschieden, „2“ bedeutet Auswärtssieg. Die Reihenfolge der Zeichen ergibt sich aus der Heim- und Auswärtsperspektive – der Heimclub steht vorn. Bei Wettarena, Winamax und Interwetten gilt das Ergebnis nach 90 Minuten zuzüglich Nachspielzeit; Verlängerung und Elfmeterschießen werden nicht gewertet, sofern kein Sondermarkt ausgewiesen ist.

Zählt bei einer 1X2-Wette nur die reguläre Spielzeit oder auch Verlängerung und Elfmeterschießen?

Im Fußball gilt das Ergebnis nach regulärer Spielzeit inklusive Nachspielzeit. Verlängerung und Elfmeterschießen fließen nur dann in die Wette ein, wenn der Wettmarkt ausdrücklich als „inklusive Verlängerung“ gekennzeichnet ist. Bei anderen Sportarten kann die Regel abweichen – Basketball, Baseball und American Football werten in der Regel das Ergebnis nach Verlängerung, weil es dort keine klassische „reguläre Spielzeit“ im Fußball-Sinn gibt.

Wie berechnet sich der mögliche Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Rückzahlungsbetrag bei einer gewonnenen Wette ist Einsatz mal Quote; der Bruttogewinn ist die Rückzahlung minus Einsatz, also Einsatz mal (Quote minus 1). Bei 20 € Einsatz auf Quote 3,10 ergibt das eine Rückzahlung von 62 € und einen Bruttogewinn von 42 €. Zieht der Anbieter einen Quotenabschlag von 5 % auf den Bruttogewinn ab, sinkt der Auszahlungsbetrag auf 59,90 €. Die Wettsteuer selbst schuldet der Anbieter, nicht der Spielende – die meisten Anbieter reichen sie aber über einen Quotenabschlag weiter.

Was geschieht mit einer Wette, wenn das Spiel abgesagt oder unterbrochen wird?

Bei einem Abbruch prüft jeder Anbieter seine eigenen Bedingungen. Wettarena erklärt eine Wette für ungültig, wenn kein Ersatztermin innerhalb von 24 Stunden feststeht; Winamax gibt 48 Stunden; bwin verlangt eine Wiederaufnahme am selben Tag. Bei einer Absage vor Spielbeginn wird der Einsatz in der Regel vollständig zurückgezahlt. Voraussetzung ist, dass der Ausgang zum Abbruchzeitpunkt noch nicht feststand – steht das Ergebnis bereits fest, wird die Wette regulär ausgewertet.

Wie entsteht die Marge des Buchmachers aus den drei Quoten eines Spiels?

Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter im statistischen Mittel behält. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote. Wie eingangs erwähnt, führen beispielhafte Quoten von 2,10 / 3,40 / 3,50 zu einer Marge von etwa 8 %. Wer die Quoten sieht, kann diesen Wert für jeden Markt individuell bestimmen.

Wo lässt sich prüfen, ob ein Anbieter für 1X2-Wetten in Deutschland eine Erlaubnis hat?

Die zentrale Stelle ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, abrufbar auf der offiziellen Website der Behörde. Sie führt alle Anbieter mit einer Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV, datiert die Erteilung und nennt den Erlaubnisinhaber. Eine Liste ohne Whitelist-Eintrag bedeutet, dass der Anbieter in Deutschland keine Erlaubnis besitzt – die Wetten sind dann unerlaubt, OASIS und LUGAS greifen nicht, und es gibt keine deutsche Aufsicht.

Inhalt erstellt vom Team «wettanbieterneu»