Sportwetten-App Vergleich 2026: 10 erlaubte Anbieter unter der Lupe

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 16, 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Eine Hand hält ein Smartphone mit dunklem Display, im Hintergrund unscharf ein Café-Tisch mit einer Tasse.
Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten und nennt „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein.

Eine Wett-App ist im deutschen Markt erst dann „seriös“, wenn ihr Veranstalter eine deutsche Erlaubnis besitzt und auf der amtlichen Whitelist der GGL steht. Wer das prüft, bevor er eine App installiert, Geld einzahlt oder einen Bonus annimmt, schließt den größten Teil des Risikos von vornherein aus. Dieser Vergleich sortiert zehn Anbieter mit GGL-Sportwetten-Erlaubnis nach genau dieser Frage: Welche App taugt wofür — und was kostet sie den Nutzer, jenseits des Werbeversprechens?

Rechtslage: Was eine seriöse Sportwetten-App in Deutschland ausmacht

In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021, in Kraft seit 1. Juli 2021) das Sportwetten-Geschäft im Internet. Zuständig ist seit dem 1. Januar 2023 die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV, überwacht die Anbieter und kann Bußgelder verhängen (§ 28a). Die Steuer wiederum ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Ein Schlüsselbund und eine Brille liegen auf einem leeren Block neben einem Fenster mit Regentropfen.
Generalanwalt Emiliou hält es in den Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) für möglich, unlizenzierte Wettanbieter zur Rückzahlung von Einsätzen zu verpflichten.

Der entscheidende Test, ob ein Anbieter legal Sportwetten in Deutschland anbietet, ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie listet jeden Veranstalter mit seiner Domain und dem Datum der Ersterlaubnis. Der Stand vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge auf: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Veranstalter. Alle gelisteten Domains enden auf .de — aber die Endung allein beweist nichts. Wer unsicher ist, ob eine App zu einem erlaubten Anbieter gehört, prüft exakt die Domain in der Whitelist, die in der App angegeben ist, gegen den dort eingetragenen Domainnamen.

Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV). Die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, nie ein Enddatum. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis genannt ist, darf Sportwetten annehmen — eine Erlaubnis für Spielautomaten, Poker oder Casino gilt nicht automatisch für das Wettprogramm. Auch wer zur selben Holding gehört, kann eine andere Lizenz haben oder keine.

Was darf überhaupt gewettet werden? Feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Teils davon, auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1 GlüStV), und nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten (§ 21 Abs. 4) sind während eines laufenden Ereignisses nur auf den Endausgang oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder vergleichbare Komponenten erlaubt — und zwar nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächstes Tor“ im Fußball: ja. „Nächster Satz“ im Tennis: ja. „Nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball: nein. Verboten sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Auf Esports darf nach Lesart der GGL nicht gewettet werden, weil Esports nicht als Sport anerkannt ist — lizenzierte Esports-Wetten existieren in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportwetten äußert sich die Behörde nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Einsatzlimit pro Wette für Sportwetten existiert nicht.

Wer ohne deutsche Erlaubnis in Deutschland Sportwetten anbietet, betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Strafrechtlich droht Anbietern nach § 284 StGB eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe, Werbenden bis zu einem Jahr; die Teilnahme ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — weder ein Freifahrtschein noch ein Grund zur Dramatisierung. Vollstreckt wird über Verbots-, Zahlungs- und Netzsperren (§ 9 GlüStV).

Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Sportwettenverträge entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. In den Schlussanträgen vom 19. März 2026 zur Rechtssache C-530/24 (Tipico) hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Garantie auf Rückzahlung ist das nicht.

Spielerschutz: Was in jeder App eines erlaubten Anbieters greift

Die Spielerschutzregeln des GlüStV greifen unabhängig davon, ob am Desktop, im Browser oder in der App gespielt wird. Eine „bessere“ App umgeht keinen dieser Punkte.

Ein Notizbuch mit handgeschriebenen Stichpunkten und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch im Morgenlicht.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“.

Teilnehmen darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Die Verifizierung erfolgt nach § 6a über ein einziges Konto pro Anbieter. Vor der vollständigen Verifizierung darf ein Anbieter das Spiel für längstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben. Das ist die einzige Phase, in der Geld fließt, ohne dass der Anbieter weiß, wer da eigentlich spielt.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar anbieterübergreifend über alle lizenzierten Veranstalter hinweg. Die technische Grundlage ist die Limitdatei im LUGAS-System. Anbieter dürfen für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einer Spitzengruppe von höchstens einem Prozent der aktiven Spieler bis 30.000 € —, aber nur gegen einen nachweisbaren wirtschaftlichen Nachweis. Eine Selbsterklärung genügt nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Wer parallel bei mehreren Anbietern spielen will, um das Limit zu umgehen, verstößt gegen § 6h (Aktivitätsdatei im LUGAS). Offshore-Anbieter sind an weder OASIS noch LUGAS angeschlossen — höhere Limits sind dort kein Vorteil ohne Gegenleistung: Es fehlt die deutsche Aufsicht, und im Streitfall fehlt der deutsche Rechtsweg.

OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das bundesweite Spielersperrsystem. Geprüft wird bei Registrierung und Login. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, kann sich in keiner App eines erlaubten Anbieters anmelden, auch nicht in einer Zweitmarke der gleichen Holding. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.

Bezahlt werden darf nach § 6b Abs. 4 ausschließlich von einem Zahlungskonto, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Institut geführt wird, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Anonyme Zahlungsmittel — Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Produkte — sind in lizenzierten deutschen Apps aus diesem Grund tabu. Welche konkreten Marken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen AGB. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Werbung und Boni unterliegen ebenfalls Regeln: Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen für Glücksspiel werben (§ 5 Abs. 7). Das Werbeverbot zwischen 6:00 und 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casino — nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während einer Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Der GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt: Beträge, Umsatzfaktoren und Mindestquoten kommen allein aus den AGB des jeweiligen Anbieters. Promo-Codes werden in diesem Vergleich grundsätzlich nicht abgedruckt.

Die Sportwettensteuer richtet sich nach §§ 16-25 RennwLottG. Sie beträgt 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, entscheidet der Anbieter selbst — die Steuer ist deshalb niemals pauschal als „5,3 % vom Einsatz“ zu lesen. Die Steuer fällt auch bei unlizenzierten Anbietern an; eine gezahlte Steuer ist kein Beleg für eine Erlaubnis.

Boni und Gratiswetten: Was der Werbeverspruch wirklich kostet

Ein Neukundenangebot mit Wettguthaben ist an Umsatzbedingungen und eine Mindestquote gebunden. Der GlüStV begrenzt die Höhe nicht — der Anbieter legt sie fest. Was die Höhe eines Bonus für den Spieler bedeutet, lässt sich an drei Stellschrauben ablesen, die in den AGB stehen: der Umsatzfaktor (wie oft muss der Bonus oder Bonus plus Einzahlung umgesetzt werden), die Mindestquote (welche Quoten zählen überhaupt), und die Frist (in welchem Zeitraum muss das passieren).

Ein Bonus ist im Markt kein Geschenk. „100 % bis 100 €“ liest sich nach Verdoppelung der ersten Einzahlung. Wer 100 € einzahlt, bekommt 100 € Bonus — und muss, wenn der Anbieter einen Umsatzfaktor von 5× auf Bonus plus Einzahlung ansetzt, 1.000 € an qualifizierten Wetten platzieren. Bei einer Mindestquote von 1,50 und einem durchschnittlichen Einsatz von 10 € sind das 100 Wetten, jede mit einem negativen Erwartungswert, weil der Buchmachermargin in jeder einzelnen Quote steckt. Aus einem „100 € Bonus“ werden, im Mittel, weniger als 30 € realisierter Wert, und das nur, wenn der Spieler die Bedingungen vollständig erfüllt.

Gratiswetten — Freebets, Freiwetten — sind das mildere Mittel. Bei einer Freebet wird der Einsatz im Gewinnfall üblicherweise nicht zurückgezahlt, nur der Reingewinn. Eine 10-€-Freebet auf eine Quote von 3,00 bringt 20 € Auszahlung, nicht 30 €. Wer mit einer Freebet 50-mal den Mindesteinsatz von 10 € bei Quote 1,80 freispielen will, hat bereits 500 € Mindestumsatz hinter sich, bevor ein Cent ausgezahlt wird.

„Risikofreie“ Wetten sind in aller Regel eine Freebet-Erstattung, keine Geldrückzahlung. Verloren geht der Einsatz, erstattet wird ein Freebet-Guthaben — und das unterliegt denselben Umsatzregeln wie der Neukundenbonus. „Boosted Odds“ sind Quoten, die der Anbieter eigens erhöht hat. Sie lohnen sich dann, wenn die zugrundeliegende Quote auch ohne Boost überdurchschnittlich war; andernfalls wird der Bookmacher-Margin im Boost größer, nicht kleiner. Akkumulatorsicherungen (Acca-Insurance) erstatten den Einsatz als Freebet, wenn eine Begegnung eines Kombischeins verloren geht — sie sind kein Schutz gegen Verlust, sondern eine neue Umsatzbedingung.

Cashback-Programme erstatten einen prozentualen Anteil des Nettoverlusts, oft wöchentlich, oft als Freebet, selten als Bargeld. Das senkt im Mittel die Marge des Anbieters, aber nicht des Spielers. Wer Cashback nutzt, spielt im Schnitt weiter — und das ist kein Zufall, sondern das Geschäftsmodell.

Welche Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist und Deckelung der Freebet-Gewinne tatsächlich gelten, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden und in dessen AGB nachzulesen. Im konkreten Fall entscheidet der Blick in die Bonus-AGB, nicht das Werbeversprechen.

Mobile und App: Wo der Touchscreen den Unterschied macht

Eine Wett-App ist mehr als die Webseite im kleinen Format. Auf dem Touchscreen entscheiden drei Dinge, ob das Angebot im Alltag trägt: die Bedienung, die Stabilität, und welche Funktionen nur in der App oder nur im Browser laufen.

Bei den meisten Anbietern gibt es drei Zugangswege: die native App für iOS im App Store, die native App für Android bei Google Play, und die Mobilversion im Browser. Eine native App lädt das Programm aus dem Store, nutzt Push-Benachrichtigungen, kann mit Face ID oder Fingerabdruck entsperrt werden, und behält den Login zwischen den Sitzungen. Die Browser-Version läuft ohne Installation, aber ohne Push und je nach Anbieter mit eingeschränktem Funktionsumfang.

Welche Funktionen eine App tatsächlich bietet, ist in der Store-Beschreibung nachzulesen — und sie unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Live-Streams ausgewählter Begegnungen, Cashout-Funktionen (manuell, automatisch, vollständig oder teilweise), ein Wetten-Konfigurator (Bet Builder), der mehrere Märkte eines Spiels zu einer Wette kombiniert, Live-Statistiken, ein Live-Match-Tracker, ein Favoriten-Bereich, Touch ID und Face ID — all das taucht in den Store-Beschreibungen der großen Anbieter auf, aber nicht überall in derselben Tiefe. Wer auf eine bestimmte Funktion Wert legt, prüft die Store-Beschreibung, bevor er die App installiert.

Die Anbieter, die in diesem Vergleich auftauchen, sind in Deutschland alle auf GGL-Sportwetten erlaubt. Was sie in der App leisten, beschreibt die jeweilige Store-Beschreibung des Anbieters — sie ist der Stand, der bei Redaktionsschluss galt, und kann sich mit Updates ändern.

Top 10: Sportwetten-Apps im Vergleich

Anbieter Marke Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Bet3000 Bet3000.de GGL-Whitelist · I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
bpremium Bpremium.de GGL-Whitelist · Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
VBet Vbet.de GGL-Whitelist · SCGO Limited 05.12.2023
DAZN Bet DAZN Bet GGL-Whitelist · DZBT Operations Limited 22.08.2023
888sport 888sport GGL-Whitelist · 888 Germany Limited 30.06.2021
bwin Bwin.de GGL-Whitelist · bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Tipico Tipico.de GGL-Whitelist · Tipico Co. Limited 09.10.2020
MERKUR BETS MERKUR BETS GGL-Whitelist · Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
Sportingbet Sportingbet.de GGL-Whitelist · Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
NEO.bet NEO.bet GGL-Whitelist · Greenvest Betting Limited 09.10.2020

Die Erlaubnis-Daten stammen aus dem Whitelist-Snapshot der GGL vom 2. Oktober 2026. Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre, die Whitelist nennt aber nur das Datum der Erteilung. Wer in der Tabelle ein „seit“ mit gleichem Datum bei mehreren Anbietern sieht, blickt auf den Erlaubnisschub, mit dem die ersten lizenzierten Anbieter im Oktober 2020 an den Start gingen. Die Folgeerlaubnisse im Dezember 2022 und 2023 markieren den Übergang in den Vollregelbetrieb unter dem GlüStV 2021.

Eine Lizenz allein macht noch keine gute App. Welche Funktionen die App im Store anbietet, wie sie sich auf dem Gerät anfühlt, welche Zahlungsmethoden sie unterstützt — all das steht in den AGB und in der Store-Beschreibung des Anbieters. Die folgende Bewertung nimmt jeden der zehn Anbieter einzeln in den Blick.

Bet3000 (Bet3000.de)

Bet3000 ist der jüngste GGL-lizenzierte Anbieter in dieser Liste: Die Whitelist weist die Ersterlaubnis für die Sportwetten-Domain mit Datum 22. April 2026 aus, gehalten von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Was die App im Funktionsumfang leistet, ist in der Store-Beschreibung zu prüfen — sie nennt die Standardpalette aus Live-Wetten, Cashout und Wettprogramm. Für wen das reicht: für Spieler, die einen erlaubten Anbieter suchen, der außerhalb des Oktober-2020-Clusters lizenziert wurde, und denen eine schlanke App wichtiger ist als ein Streaming-Angebot. Wer auf eine bestimmte Funktion wie Bet Builder oder Live-Stream angewiesen ist, schaut in die Store-Beschreibung, bevor er die App installiert.

bpremium (Bpremium.de)

bpremium gehört zur Ladbrokes-Gruppe. Die Whitelist führt die Ladbrokes (Deutschland) Limited als Erlaubnisinhaberin mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022; in den Nutzungsbedingungen der App (Fassung vom 3. April 2023) ist die maltesische Geschäftsanschrift in Gzira hinterlegt. Was die App im Detail kann, steht in der Store-Beschreibung; der Rückschluss auf den Mutterkonzern erklärt, warum britische Wettkultur und deutsches Regulierungsrahmenwerk hier zusammenkommen. Dieser Anbieter richtet sich an Spieler, die auf der Suche nach einem lizenzierten Sportwettenangebot mit britischem Mutterkonzern sind.

VBet (Vbet.de)

VBet wird von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, betrieben. Die GGL-Erlaubnis für die deutsche Domain ist seit dem 5. Dezember 2023 in der Whitelist eingetragen. Damit gehört VBet zur zweiten Welle der lizenzierten Anbieter unter dem GlüStV 2021. Was die App konkret an Funktionen mitbringt, ist der Store-Beschreibung zu entnehmen — sie nennt Live-Wetten und ein umfangreiches Wettprogramm, ohne sich mit pauschalen Funktionsversprechen zu überfrachten. Geeignet für Wettfreunde, die einen Anbieter mit modernem Sportwettprogramm bevorzugen.

DAZN Bet

DAZN Bet ist das Sportwetten-Produkt des Streaming-Anbieters DAZN. Die App für das iPhone bietet Live-Wetten und Cashout direkt im Wettschein; im App Store ist die IBID Malta Limited als Entwicklerin eingetragen, für den deutschen Markt tritt die DZBT Operations Limited als Betreiberin auf. Die GGL-Erlaubnis ist seit dem 22. August 2023 in der Whitelist. Was das Angebot trägt, ist die Verbindung aus Sportwetten und DAZN-Streamingrechten — wer ohnehin DAZN-Abonnent ist, findet hier eine direkte Schnittstelle zwischen Stream und Wettschein. Ideal für DAZN-Nutzer, die Wettschein und Live-Event direkt verknüpfen wollen.

888sport

888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, deren Aktie seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist. Die GGL-Erlaubnis für die deutsche Domain ist seit dem 30. Juni 2021 eingetragen, mit einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Welche Funktionen die 888sport-App konkret anbietet, ist der Store-Beschreibung zu entnehmen. Eine Option für Spieler, die Wert auf die Stabilität eines international börsennotierten Konzerns legen.

bwin (Bwin.de)

Bwin gehört zum börsennotierten Entain-Konzern und wird in Deutschland von der bwin (Deutschland) Limited betrieben. Die Ersterlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 in der Whitelist vermerkt; eine Folgeerlaubnis folgte am 23. Dezember 2022. Die Store-Beschreibung der App hebt Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost als Funktionen hervor. Wer ein vollständiges Funktionspaket erwartet, findet hier einen der Anbieter, die ihre Store-Beschreibung am dichtesten mit konkreten Features füllen. Empfehlenswert für Kunden, die ein großes Live-Wettangebot schätzen.

Tipico (Tipico.de)

Tipico ist der Anbieter, an dem sich die zivilrechtliche Rückzahlungsfrage derzeit entscheidet. Die Whitelist-Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 9. Dezember 2022; Erlaubnisinhaberin ist die Tipico Co. Limited. Die App-Beschreibung im Store nennt „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Wer hier wettet, wettet bei einem Anbieter, der in den laufenden BGH/EuGH-Verfahren steht — was keine Aussage über die Qualität der App ist, aber über die Bedeutung, die die deutsche Rechtsprechung diesem Anbieter beimisst. Diese Marke ist für Spieler interessant, die die Marktdichte und die Standardfunktionen der größten deutschen Anbieter bevorzugen.

MERKUR BETS

MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe und wird in Deutschland von der Merkur Bets Malta Limited betrieben. Die GGL-Erlaubnis ist seit dem 6. November 2023 in der Whitelist. Die App ist kostenlos und nennt nach eigener Beschreibung über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten; sie enthält in derselben App auch MERKUR SLOTS. Beim Cashout gilt: Der Betrag wird erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind; die Funktion selbst ist nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar (in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button). Für wen das reicht: für Spieler, die Wett- und Spielautomaten-Angebot aus einer Hand wollen und denen die Kombination aus deutscher Gauselmann-Herkunft und maltesischer Lizenzholding keine Sorge bereitet.

Sportingbet (Sportingbet.de)

Sportingbet wird in Deutschland von der Sportingbet (Deutschland) Limited betrieben. Die Whitelist-Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 21. Dezember 2022. Im Impressum nennt der Anbieter die behördliche Erlaubnis zur Veranstaltung von Sportwetten vom 21.12.2022 und die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022, Aufsichtsbehörde ist die GGL. Damit ist Sportingbet einer der Anbieter, die unter dem GlüStV 2021 sowohl Sportwetten als auch virtuelle Automatenspiele anbieten — was die Spieler-Trennung von Wett- und Casino-Lizenz sichtbar macht. Das Angebot ist auf Spieler ausgerichtet, die einen klassischen Wettanbieter mit einer breiten Palette an Sport- und Automatenspielen bevorzugen.

NEO.bet

NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben. Die Whitelist-Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 22. Dezember 2022. Die Store-Beschreibung hebt den lizenzierten Status mit deutscher Lizenz sowie Funktionen wie Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout hervor. NEO.bet gehört zu den Anbietern, die ihre Store-Beschreibung explizit auf die deutsche Lizenz hin ausrichten — was bei der Suche nach einem erlaubten Anbieter im Store eine erste Orientierung bietet. Eine Lösung für Nutzer, die sich auf spezialisierte Sportwetten-Apps konzentrieren möchten.

Überblick: Worauf es bei der App-Wahl ankommt

Die App-Auswahl ist am Ende eine Auswahl zwischen zehn erlaubten Anbietern — was die schlechte Nachricht ist (kaum ein Anbieter fällt durch, weil er keine Lizenz hätte) und die gute (das Schutzniveau, das OASIS, LUGAS und das 1.000-€-Limit setzen, gilt in allen zehn Apps). Was sie unterscheidet, ist die Gewichtung: Lizenzalter, Funktionsumfang, Store-Beschreibung, der Konzern dahinter.

Eine Faustregel: Wer auf eine bestimmte Funktion angewiesen ist — Live-Stream, Bet Builder, Quoten-Boost, Touch ID, Push-Benachrichtigungen —, liest die Store-Beschreibung des Anbieters, bevor er die App installiert. Wer mit der Standardkonfiguration zufrieden ist, kann bei den älteren Erlaubnisinhabern (bwin, Tipico, Sportingbet, NEO.bet) nichts falsch machen. Wer ein junger Erlaubnisinhaber-Anbieter sucht, findet mit Bet3000, DAZN Bet und MERKUR BETS drei Optionen aus den Jahren 2023 und 2026. Wer ein börsennotiertes Gegenüber schätzt, landet bei 888sport und bwin.

Die Sportwettensteuer zahlt der Anbieter, nicht der Spieler — aber der Anbieter entscheidet, ob und wie er sie weiterreicht. Wer wissen will, was ein Einsatz von 10 € auf eine Quote von 2,00 nach Steuern tatsächlich bringt, prüft die AGB des Anbieters oder rechnet mit dem Brutto-Netto-Spread, den der Anbieter ausweist. Die Quoten, die in der Store-Beschreibung beworben werden, sind Brutto-Quoten; die Nettorendite steht im Wettschein.

Wer parallel zu mehreren Anbietern spielt, sollte das gemeinsame 1.000-€-Monatslimit im Auge behalten — es gilt anbieterübergreifend über LUGAS. Wer bei einem Anbieter ausschließen lässt, ist bei allen anderen auch ausgeschlossen. Wer sich selbst sperren will, kann das in jeder App eines erlaubten Anbieters oder direkt bei OASIS veranlassen. Der Panikbutton ist in jeder App verfügbar und löst eine 24-Stunden-Sperre aus.

Häufig gestellte Fragen

Welche Sportwetten-App ist die beste, und welche Kriterien zählen über die Quoten hinaus?

Die „beste“ App ist die, die zur eigenen Wettweise passt. Über die Quoten hinaus zählen vier Punkte: die GGL-Erlaubnis, die im Store und in der App ausgewiesene Funktionspalette (Cashout, Live-Stream, Bet Builder), die unterstützten Zahlungsmethoden auf das eigene Namenskonto, und die Bonus-AGB, die in Umsatzfaktor, Mindestquote und Frist stehen. Quoten allein entscheiden nicht — sie sind Momentaufnahmen.

Wie wird eine Sportwetten-App sicher heruntergeladen, und woran ist die offizielle App erkennbar?

Die offizielle App wird direkt über den Apple App Store oder Google Play heruntergeladen. Im Store-Eintrag steht der Name des Entwicklers (zum Beispiel Tipico B2B Ltd für die Tipico-App, Hillside Technology Limited für die bet365-App, Interwetten Gaming Ltd für Interwetten, KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED für Betano, die bwin.party entertainment Limited für bwin). Diese Entwicklernamen müssen mit dem Betreiber der GGL-erlaubten Domain übereinstimmen — prüfbar in der Whitelist der GGL. Eine App von einer Drittseite, eine .apk-Datei von einer unbekannten Quelle oder eine App mit abweichendem Entwicklernamen ist nicht die offizielle App.

Wie lässt sich prüfen, ob die Betreiberin einer App auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist der GGL ist auf der Website der Behörde öffentlich einsehbar. Sie führt für jeden erlaubten Anbieter den Domainnamen und den Erlaubnisinhaber. Wer prüfen will, ob die App zu einem erlaubten Anbieter gehört, sucht in der Whitelist exakt die Domain, die in der App-Store-Beschreibung, im Impressum der App oder in den AGB genannt wird. Steht die Domain dort mit zugehörigem Erlaubnisinhaber, ist der Anbieter lizenziert. Steht sie nicht, fehlt die deutsche Erlaubnis.

Welche Zahlungsmethoden werden in Sportwetten-Apps angeboten, und welche Regel gilt für das Konto?

Welche Marken ein Anbieter konkret annimmt, steht in dessen AGB. Beispiele aus den Store-Beschreibungen: Debitkarte, PayPal, paysafecard, Apple Pay, Google Pay, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten. Crypto und anonyme Prepaid-Produkte sind in lizenzierten deutschen Apps nicht zulässig. Bezahlt werden darf nur von einem Konto, das auf den Namen des Spielers lautet — Fremdkonten sind nach § 6b Abs. 4 GlüStV ausgeschlossen.

Wie wirken sich Boni mit Wettguthaben in der App auf die Auszahlung aus?

Ein Bonus ist kein geschenktes Geld. Er ist an Umsatzbedingungen, eine Mindestquote und eine Frist gebunden. Wer den Bonus vor Ablauf der Frist nicht vollständig umsetzt, verliert Bonus und damit verbundene Gewinne. Gratiswetten geben im Gewinnfall nur den Reingewinn aus, nicht den Einsatz. Auszahlungen aus Bonusgewinnen setzen voraus, dass alle Bedingungen erfüllt sind. Der Blick in die Bonus-AGB entscheidet, nicht das Werbeversprechen.

Gelten das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat und die OASIS-Sperre in jeder App eines erlaubten Anbieters?

Ja. Beide Regeln greifen anbieterübergreifend: Das 1.000-€-Monatslimit wird über die LUGAS-Limitdatei technisch durchgesetzt, OASIS wird bei jeder Registrierung und jedem Login abgefragt. Eine Sperre in einer App sperrt für alle erlaubten Anbieter. Das gilt nicht für Offshore-Anbieter ohne GGL-Erlaubnis — dort fehlt sowohl die Limitdatei als auch die Sperrabfrage, was sich für den Spieler als Freiheit verkauft, im Streitfall aber den Schutz entzieht.

Inhalt erstellt vom Team «wettanbieterneu»