Wimbledon 2026 wetten – wer in Deutschland darf, was die Märkte kosten

Updated Oktober 2026
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Stand der Daten: Oktober 16, 2026. Lizenzstatus und Datenstand wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geprüft.

Ein Tennisplatz mit Rasenbelag im Morgenlicht, Netz und weiße Linien, im Hintergrund eine ruhige Tribüne.
Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung.

Wimbledon 2026 ist Geschichte – das Herreneinzel gewann Jannik Sinner, das Dameneinzel Linda Nosková. Wer aus Deutschland auf das nächste Turnier wetten will, hat trotzdem eine ganz eigene Ausgangslage: nur Anbieter auf der GGL-Whitelist dürfen hierzulande Sportwetten vermitteln, das monatliche Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 €, und Livewetten während eines Matches sind auf den nächsten Ballwechsel nicht erlaubt. Hier erfahren Sie, was das Turnier ist, welche Wetten es überhaupt gibt, was sie kosten und welche der zehn lizenzierten Anbieter das beste Bild für Wimbledon abgeben.

Rechtliche Lage in Deutschland: nur die Whitelist zählt

Seit dem 1. Juli 2021 gilt der neue Glücksspielstaatsvertrag. Wer in Deutschland Sportwetten im Internet anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Diese Erlaubnis wird in § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV geregelt; die Aufsicht und die Bußgelder liegen in § 28a. Die Behörde führt eine Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV – sie ist das einzige Mittel, mit dem sich prüfen lässt, ob ein Anbieter legal ist. Eine Malta-, Curaçao- oder Anjouan-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung; sie steht weder auf der Whitelist noch gewährt sie hierzulande irgendeinen Schutz.

Ein Tennisball liegt auf frisch gemähtem Gras neben einer weißen Linie, Tautropfen glänzen im Gegenlicht.
Die ersten Lawn Tennis Championships in Wimbledon begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road.

Was auf der Whitelist steht und was nicht

Die Whitelist wird laufend aktualisiert. Im Stand vom 2. Oktober 2026 führt sie 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, drei weitere nur für Pferdewetten. Jede gelistete Domain endet auf .de, aber umgekehrt beweist eine .de-Endung nichts: wer ohne Erlaubnis hier oder mit Tippickets arbeitet, kann trotzdem eine .de-Domain registriert haben.

Eine Erlaubnis wird für fünf Jahre ausgestellt (§ 4c Abs. 1 GlüStV); die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung und der Folgeanträge, kein Enddatum. Wichtig ist die Trennung der Erlaubnistypen: ein Anbieter kann eine Erlaubnis für Sportwetten haben und parallel eine für virtuelle Automatenspiele, Online-Casinospiele oder Poker – diese vier Erlaubnisse sind getrennte Genehmigungen mit eigenen Regeln. Wer auf der Whitelist für virtuelle Automatenspiele steht, ist deshalb noch lange kein lizenzierter Sportwettenanbieter. Umgekehrt gilt: für Wimbledon zählt ausschließlich die Sportwetten-Erlaubnis auf der Domain, auf der gewettet werden soll.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einem leeren Papier-Wettschein auf einem Tisch am Fenster.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Was auf Wimbledon gewettet werden darf

§ 21 Abs. 1 GlüStV erlaubt festquotierte Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses, auf einen Abschnitt davon und auf Vorkommnisse darin – als Einzel- und Kombiwetten. Was ein Anbieter anbieten darf, ist in seinem von der GGL genehmigten Wettprogramm festgelegt (§ 21 Abs. 5). Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 eingeschränkt: während eines laufenden Spiels darf nur auf das Gesamtergebnis oder auf Komponenten gewettet werden, bei denen solche Ereignisse selten sind – das nächste Tor im Fußball, der nächste Satz im Tennis. Auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball darf nicht gewettet werden. Das schneidet viele In-Play-Märkte ab, die bei internationalen Anbietern selbstverständlich sind.

Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – die GGL-Praxis ordnet Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur ein, was für Wimbledon irrelevant ist, aber das Prinzip klar macht. Wetten auf Esports sind in Deutschland nicht möglich, weil die GGL Esports nicht als Sport anerkennt; ein lizenziertes Esports-Wettangebot gibt es hier nicht. Auch virtuelle Sportwetten sind nicht etabliert; eine Aussage über deren Legalität lässt sich aus den Quellen nicht ableiten.

Die Folgen für den Spieler

Wetten bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Die Behörde kann Untersagungsverfügungen erlassen, Zahlungen sperren und Netzsperren anordnen (§ 9). Strafrechtlich steht die Organisation in § 284 StGB (bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe), das Bewerben solcher Angebote in § 284a StGB und die Teilnahme in § 285 StGB (bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe). Verfolgungen einzelner Spielerinnen und Spieler sind in der Praxis nicht belegt – weder ein Freifahrtschein noch eine Drohung, die sich dramatisch anhört.

Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht; ein Kläger fordert von Tipico über 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hat EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich gehalten, unerlaubte Anbieter zur Rückzahlung zu verpflichten – mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Garantie, dass eine Erstattung klappt, ist das nicht.

Ehrliche Einordnung: Offshore bedeutet keine Erlaubnis, keinen Anschluss an OASIS und LUGAS, keinen deutschen Rechtsweg und höhere Limits – dafür aber auch keinen Insolvenzschutz für Spielergelder und keine deutsche Aufsicht. Whitelist bedeutet Rechtssicherheit und Spielerschutz, aber das 1.000-€-Standardlimit, eingeschränkte Live-Märkte, volle Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.

Spielerschutz: Einzahlungslimit, OASIS und Panikbutton

Wetten auf Wimbledon fallen in dieselbe Regulierung wie jede andere Sportwette in Deutschland. Der Spielerschutz ist nicht optional, sondern Teil der Erlaubnis – und drei Mechanismen prägen jede Wette, auch während der Turnierwochen mit vielen parallelen Partien.

Das Einzahlungslimit über LUGAS

§ 6c Abs. 1 GlüStV setzt das monatliche Einzahlungslimit auf 1.000 € pro Spielerin und Spieler – und zwar Anbieter-übergreifend. Das bedeutet: wer bei zwei lizenzierten Anbietern spielt, kann insgesamt nur 1.000 € im Kalendermonat einzahlen. Gesteuert wird das über die LUGAS-Limitdatei, eine zentrale Datei, die alle Anbieter bei jeder Einzahlung abfragen. Das Limit gilt ab der Verifizierung; davor darf ein Anbieter nach § 6a höchstens 72 Stunden Spielbetrieb mit maximal 100 € Einzahlung und ohne Auszahlung erlauben.

Ein Anbieter darf das Limit für eine Person anheben – auf bis zu 10.000 € oder, für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler, auf bis zu 30.000 €. Voraussetzung ist ein nachprüfbarer Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Herabsetzung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Parallel-Spiel – gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv sein – ist nach § 6h über die LUGAS-Aktivitätsdatei unterbunden.

OASIS und der Panikbutton

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV. Jeder Anbieter muss bei Registrierung und bei jedem Login prüfen, ob eine Sperre vorliegt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Spielerin oder der Spieler eine Frist genannt hat, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre durch Angehörige oder die Behörde dauert mindestens ein Jahr. Wer in OASIS ist, kann nirgendwo in Deutschland bei einem lizenzierten Anbieter spielen – auch nicht bei einem anderen.

Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre auf demselben Gerät aus, ohne Anmeldung im Kundenkonto und ohne Begründung. Er ist die schnellste Notbremse, kein Ersatz für OASIS.

Verifizierung und Zahlungen

Vor der ersten Auszahlung verlangt § 6a eine vollständige Identitätsprüfung. Pro Anbieter ist nur ein Konto erlaubt – Mehrfachkonten werden gesperrt. Zahlungen gehen nach § 6b Abs. 4 nur von einem Konto, das auf den eigenen Namen lautet und bei einem Institut geführt wird, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Lösungen – fallen damit automatisch heraus, und genau dieser Mechanismus hält sie aus dem lizenzierten Markt heraus. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen; ein Anspruch auf eine bestimmte Zahlungsmethode besteht nicht.

Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Turnier und Wettmärkte: was Wimbledon zu Wimbledon macht

Wimbledon ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen, das dritte der vier großen Turniere im Jahreslauf. Wer darauf wettet, wettet auf Belag, Aufschlag, Form und Geschichte – alles Eigenschaften, die sich anders verteilen als auf Hartplatz oder Sand.

Das Turnier in Zahlen

Die ersten Lawn Tennis Championships wurden am 9. Juli 1877 an der Worple Road ausgetragen. Veranstalter ist der All England Lawn Tennis and Croquet Club im Londoner Stadtteil Wimbledon. Gespielt wird jährlich über zwei Wochen ab Ende Juni. Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei; bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im entscheidenden Satz seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker.

Die Ausgabe 2026 lief vom 29. Juni bis zum 12. Juli 2026 in London auf Rasen und war die 139. Austragung. Das Herreneinzel gewann Jannik Sinner, der damit seinen Vorjahressieg wiederholte. Das Dameneinzel ging an Linda Nosková. Das Gesamtpreisgeld lag bei 64,2 Millionen £, ein Anstieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr; die Einzelsieger erhielten jeweils 3.600.000 £. Die nächste Ausgabe folgt im Sommer 2027.

Welche Wettmärkte es gibt

Ein lizenzierter deutscher Anbieter darf im Rahmen seines genehmigten Wettprogramms eine Reihe von Märkten auf Wimbledon anbieten. Welche genau, hängt vom Programm ab; die folgende Aufstellung entspricht dem, was die GGL-Praxis erlaubt.

Welche Märkte tatsächlich live zur Verfügung stehen, variiert von Anbieter zu Anbieter und von Tag zu Tag. Während eines laufenden Matches beschränkt § 21 Abs. 4 die Livewetten auf das Gesamtergebnis oder auf den nächsten Satz; auf den nächsten Punkt darf nicht gewettet werden.

Wie eine Quote entsteht und was die Marge bedeutet

Eine Quote ist kein objektiver Wahrscheinlichkeitswert. Sie ist das Produkt einer Händlerin oder eines Händlers, die oder der die Wahrscheinlichkeit schätzt, einen kleinen Puffer einbaut und alles so kalibriert, dass die Anbieter-Seite auf jeden Fall etwas verdient – egal, wer gewinnt. Der Puffer ist die Marge.

Angenommen, ein Match wird als reine Zwei-Wege-Wette angeboten, beide Spieler ohne erkennbaren Favoriten. Der Anbieter würde beide Seiten mit Quote 1,90 notieren. Daraus ergibt sich rechnerisch:

Auszahlungsanteil = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5264 + 0,5264) = 1 ÷ 1,0528 ≈ 0,9499, also rund 95 %.

Marge = 1 − 0,9499 = 0,0501, also rund 5 %.

Wer 100 € setzt, bekommt bei einem Gewinn 190 € zurück – davon 100 € Einsatz und 90 € Nettogewinn. Auf lange Sicht wandert von jedem eingesetzten Euro etwa 5 Cent zum Anbieter, und zwar unabhängig davon, wie die Spielerinnen und Spieler tippen. Genau das ist die Margen-Aussage: nicht, wer gewinnt, sondern dass das Haus auf Dauer fünf Cent pro Euro einnimmt.

In der Realität ist die Quote selten exakt 1,90 / 1,90. Ein Favorit wird niedriger notiert – 1,40, 1,20 –, der Außenseiter höher – 3,00, 4,50. Die Marge bleibt dieselbe Logik, nur die Verteilung der impliziten Wahrscheinlichkeiten verschiebt sich. Wer viele Wetten auf Wimbledon vergleicht, sollte weniger auf den absoluten Wert einer Quote schauen als auf den impliziten Puffer über alle Ausgänge. Ein Anbieter mit 1,45 / 2,90 kann mehr Marge enthalten als ein anderer mit 1,55 / 2,40.

Auszahlung berechnen: ein Beispiel

Der Einsatz wird mit der Quote multipliziert, um den Brutto-Rückzahlungsbetrag zu erhalten; der Nettogewinn ist die Differenz aus Brutto-Rückzahlung und Einsatz.

Wer 50 € auf den Turniersieger zur Quote 5,00 setzt, bekommt im Gewinnfall 50 € × 5,00 = 250 € zurück – 200 € Nettogewinn. Bei einer Kombiwette aus drei Beinen mit den Quoten 1,80, 2,20 und 1,95 multiplizieren sich die Quoten zu 1,80 × 2,20 × 1,95 = 7,722. Ein Einsatz von 20 € bringt dann 20 € × 7,722 = 154,44 € zurück, davon 134,44 € Nettogewinn. Geht auch nur eines der drei Beine verloren, ist der gesamte Einsatz weg.

Prognosen: warum jede Vorhersage nur eine Schätzung ist

Prognosen für Wimbledon stützen sich auf Statistiken zu Belag, Aufschlagquote, Form, Head-to-Head und Spielplan. Auf Rasen sind Aufschlagstärke und Erfahrung besonders wichtig, weil der Belag schneller ist als andere und die Aufschlagchancen höher liegen. Diese Statistiken sind eine Schätzung, kein Urteil. Tennis kennt Überraschungen – Außenseitersiege, verletzungsbedingte Aufgaben, ein starker erster Satz gefolgt von einem Einbruch – und keine Quote der Welt gleicht das im Voraus aus.

Wer Wimbledon-Wetten als Werkzeug nutzt, sollte Statistik als Input behandeln, nicht als Wahrheit. Was die Geschichte tatsächlich zeigt: dass auch eine Quote 1,20 im Profi-Tennis auf Rasen kein sicheres Risiko ist. Wer langfristig wettet, gewinnt nicht, weil die Prognose richtig war, sondern weil der erwartete Wert der Wette – die Quote mal die geschätzte Wahrscheinlichkeit – über der Eins liegt. Das ist eine Frage der Disziplin, nicht des Wissens.

Drei Faustregeln helfen, ohne Garantie:

Mehr ist nicht. Jeder Tipp, der anderes verspricht, verkauft Zuversicht.

Werbung, Boni und die Sportwettensteuer

Werbung für lizenzierte Sportwetten folgt eigenen Regeln. Das Werbeverbot von 6:00 bis 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten drei engere Verbote: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionsträgern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Wer einen Werbespot mit Wimbledon-Bildern sieht, achtet am besten darauf, ob darin gerade Live-Übertragung läuft.

Über Boni schweigt der Staatsvertrag. Es gibt keine Klausel, die Höhe, Umsatz oder Mindestquote eines Sportwetten-Bonus festlegt. Beträge, Umsatzbedingungen, Fristen und Mindestquoten stehen ausschließlich in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Was ein Bonus tatsächlich kostet – und das ist die entscheidende Frage – ergibt sich aus drei Faktoren: der Umsatzfaktor, die Frist und die Mindestquote. Ein 100-%-Bonus auf 100 € mit 5-fachem Umsatz in 30 Tagen bei Mindestquote 1,80 verlangt 500 € Einsatz, der in 30 Tagen bei zwölf Wimbledon-Matches pro Tag keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Sportwettensteuer

§§ 16–25 RennwLottG erheben eine Wettsteuer von 5,3 % – berechnet auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht (5,3 ÷ 105,3). Schuldner ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht die Spielerin oder der Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Spielerin oder den Spieler weitergibt, ist dessen Entscheidung – einheitlich vorgegeben ist sie nicht. Wer wissen will, was bei einem konkreten Anbieter gilt, liest dessen FAQ oder die AGB; eine pauschale Aussage über „die 5,3 % vom Einsatz“ wäre falsch.

Die Steuer fällt auch bei unerlaubten Anbietern an – eine gezahlte Wettsteuer ist kein Beleg für eine Lizenz. Gewinne privater Spielender sind auf Primärebene steuerlich nicht abschließend geregelt; allgemeine Hinweise ersetzen keine Steuerberatung.

Anbieter im Vergleich: zehn lizenzierte Häuser für Wimbledon

Die folgende Übersicht zeigt die zehn Anbieter, die auf der GGL-Whitelist vom 2. Oktober 2026 mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Sortiert nach Whitelist-Reihenfolge, ist das keine Rangliste. Die Tabelle nennt Marke, GGL-Status und das Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis – alles andere ist in den nachfolgenden Abschnitten ausgeführt.

Marke GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
bet365 Whitelist-Eintrag, Inhaber Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta 09.10.2020
Tipwin Whitelist-Eintrag, Inhaber Tipwin Limited 09.10.2020
MERKUR BETS Whitelist-Eintrag, Inhaber Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s, Malta 06.11.2023
bpremium Whitelist-Eintrag, Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira, Malta 09.10.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
888sport Whitelist-Eintrag, Inhaber 888 Germany Limited; Holding 888 Holdings PLC, Gibraltar, London Stock Exchange seit September 2005 30.06.2021
LeoVegas Whitelist-Eintrag, Inhaber LVSports Limited; auch virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023 21.10.2024
VBet Whitelist-Eintrag, Inhaber SCGO Limited, St. Julian’s, Malta 05.12.2023
Betano Whitelist-Eintrag, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Tipico Whitelist-Eintrag, Inhaber Tipico Co. Limited 09.10.2020

Was die Tabelle nicht zeigt: die unterschiedlichen Stärken der Anbieter im Tennis-Angebot, ihre Quotenphilosophie und ihre besonderen Funktionen wie Live-Streams oder Konfiguratoren. Genau das steht im Folgenden – in der vom Plan vorgegebenen Reihenfolge der Whitelist.

bet365

bet365 ist auf der GGL-Whitelist mit der Sportwetten-Erlaubnis für Bet365.de geführt; Inhaber ist Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die Erlaubnis wurde am 9. Oktober 2020 erteilt, ein Folgeantrag am 27. Dezember 2022. Damit ist bet365 eines der Häuser mit der längsten Whitelist-Geschichte in Deutschland, ohne dass die Behörde ein Enddatum führt.

Wimbledon ist im Wettangebot gesetzt: das Turnier gehört zu den wenigen Großereignissen, bei denen die Anbieter Erfahrung mit dem deutschen Markt mitbringen. Stärken liegen üblicherweise in der Quote und der Tiefe der Märkte; Schwächen gegenüber kleineren Häusern in der Übersichtlichkeit des Wettscheins.

Für Wimbledon 2026 war bet365 für die meisten Wettenden eine sichere Wahl unter den lizenzierten Häusern. Wer ohnehin dort Kunde ist, bleibt; wer wechseln will, sollte die Quoten auf den konkreten Spieler oder Spielerin vergleichen, nicht die Werbung.

Tipwin

Tipwin steht auf der Whitelist mit Inhaber Tipwin Limited; Erlaubnis seit 9. Oktober 2020, Folgeanträge am 27. Dezember 2022 und 9. Januar 2024. Außerhalb der Whitelist ist Tipwin über den Deutschen Basketball Bund sichtbar: Tipwin ist Premium Partner des DBB, die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert – sie läuft damit mindestens drei weitere Jahre. Das macht Tipwin nicht zu einem besseren Tennis-Anbieter, aber es zeigt, dass der Anbieter im deutschen Sport Verankerung sucht.

Wimbledon ist im Wettprogramm enthalten. Wer auf deutsche Sportarten setzt und Wimbledon als Zusatz wetten will, findet bei Tipwin beides unter einem Dach.

MERKUR BETS

MERKUR BETS wird auf der Whitelist von der Merkur Bets Malta Limited betrieben, mit Sitz in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 6. November 2023 erteilt. Im Hintergrund steht die Gauselmann-Gruppe, die mit der Marke MERKUR vor allem aus dem stationären Automatenspiel bekannt ist.

Der Markenwechsel von der Spielothek zur Sportwette ist nicht trivial: wer ein Konto bei MERKUR BETS eröffnet, hat es nicht mit einer reinen Online-Marke zu tun, sondern mit einem Anbieter, der Erfahrung in Spielerschutz und Auflagen mitbringt. Für Wimbledon heißt das: ein vollwertiges Wettprogramm auf Rasen, aber ohne den Streaming-Umfang, den rein digitale Anbieter aufgebaut haben.

bpremium

bpremium wird auf der Whitelist von der Ladbrokes (Deutschland) Limited betrieben, mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, Registernummer C92799 (Nutzungsbedingungen, Fassung vom 3. April 2023). Erste Erlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeantrag am 21. Dezember 2022. Ladbrokes gehört zu Entain, einem der größten Wettkonzerne weltweit.

Die Marke bpremium ist im deutschen Markt weniger sichtbar als das britische Stammhaus; Wimbledon ist im Programm, aber wer Exklusivität sucht, sucht vergebens. Wer mit Ladbrokes-Erfahrung aus Großbritannien kommt, findet die gewohnten Märkte; alle anderen entdecken einen Anbieter ohne viel Tamtam.

Sportingbet

Sportingbet steht auf der Whitelist mit Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited; Erlaubnis seit 9. Oktober 2020, Folgeantrag am 21. Dezember 2022. Im Wettangebot führt Sportingbet einen „Konfigurator+“ und Live-Wetten; die Sportarten umfassen Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.

Für Wimbledon bedeutet das: Tennis ist Kernsport, ein Konfigurator erlaubt die Kombination mehrerer Märkte eines Spiels, und Live-Wetten sind im Rahmen von § 21 Abs. 4 verfügbar – also eingeschränkt auf nächste-Komponente-Wetten und Gesamtergebnis, nicht auf den nächsten Punkt. Das ist weniger als bei einigen internationalen Häusern, aber legal und mit deutscher Aufsicht.

888sport

888sport wird auf der Whitelist von der 888 Germany Limited betrieben. Die Holdinggesellschaft ist die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Erste Erlaubnis am 30. Juni 2021, Folgeantrag am 15. Dezember 2022.

888sport bringt Casino-Erfahrung in den deutschen Markt, hat aber für Sport eine eigenständige Marke aufgebaut. Wimbledon ist im Programm; wer ohnehin im 888-Ökosystem Kunde ist, kann Sport und Casino unter einem Dach spielen – mit getrennten Erlaubnissen und getrennten Limits, was Spielerschutz angeht, aber unter einem Login.

LeoVegas

LeoVegas wird auf der Whitelist von der LVSports Limited betrieben. Die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 21. Oktober 2024 erteilt – LeoVegas ist damit einer der jüngeren Einträge. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit 27. Februar 2023.

Der Name steht international für mobiles Casino; in Deutschland ist LeoVegas mit einem schlanken Sportprodukt gestartet, das Wimbledon vollständig abdeckt, aber nicht mit der Marktbreite der etablierten Häuser mithält. Für die Frage „wo soll ich Wimbledon wetten“ ist LeoVegas eine Option für Spielerinnen und Spieler, die ohnehin Casino-Kunde sind und den Sportbereich dazunehmen wollen.

VBet

VBet wird auf der Whitelist von der SCGO Limited betrieben, mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta. Erste Erlaubnis am 5. Dezember 2023. VBet ist international als Buchmacher mit Schwerpunkt Osteuropa und Südamerika bekannt.

Wimbledon ist im Programm, aber VBet ist in Deutschland nicht der Anbieter, der Wimbledon in den Vordergrund rückt. Wer VBet wählt, kommt meist aus anderer Erfahrung – Fußball-Livewetten, Nischensportarten – und nimmt Tennis mit. Wer Wimbledon als Hauptwetten sucht, ist bei einem anderen Haus besser aufgehoben.

Betano

Betano wird auf der Whitelist von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben. Erste Erlaubnis am 19. Februar 2021, Folgeantrag am 16. Dezember 2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt einen Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.

Für Wimbledon 2026 war Betano einer der Anbieter, bei denen Live-Streaming der Grand-Slam-Turniere im Kundenkonto verfügbar war – ein Vorteil, weil Wimbledon in Deutschland nicht frei empfangbar ist und die Live-Streams des Anbieters den Weg ins Match öffnen. Der Bet Builder erlaubt es, mehrere Märkte desselben Spiels zu einer Wette zu kombinieren, was bei Wimbledon mit den vielen Satzwetten und Handicap-Optionen sinnvoll ist.

Tipico

Tipico wird auf der Whitelist von der Tipico Co. Limited betrieben; Erste Erlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeantrag am 9. Dezember 2022. Die App „Tipico Sportwetten“ wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels.

Tipico ist im deutschen Markt der Anbieter mit der höchsten Sichtbarkeit. Das macht Wimbledon 2026 nicht automatisch zur besten Adresse, aber für viele Spielerinnen und Spieler die einfachste, weil Konto, App und Gewohnheit schon da sind. Der BGH-Vorlagebeschluss aus 2024 betrifft Tipico direkt: ein Kläger fordert über 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück, also aus der Zeit vor der deutschen Erlaubnis. Das Verfahren läuft; es zeigt, dass auch Anbieter mit heutiger Whitelist-Erlaubnis eine Vorgeschichte haben, die nicht ohne Schatten ist.

Häufige Fragen

Wo kann aus Deutschland auf Wimbledon gewettet werden und woran ist ein erlaubter Anbieter zu erkennen?

Wetten auf Wimbledon sind in Deutschland nur bei Anbietern mit GGL-Erlaubnis erlaubt; maßgeblich ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Eine .de-Domain allein beweist nichts; entscheidend ist allein, dass die Domain in der Whitelist mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt wird und die Wette auf dieser Domain abgeschlossen wird. Die im Abschnitt „Anbieter im Vergleich“ aufgeführten zehn Anbieter erfüllen das im Stand vom 2. Oktober 2026.

Welche Wettmärkte gibt es bei Wimbledon, etwa Turniersieger, Spielsieger oder Satzwetten?

Das Wettprogramm eines lizenzierten Anbieters umfasst üblicherweise Turniersieger, Spielsieger, Satzwetten, Handicap, Over/Under (Gesamtspiele, Games im Satz, Asse), Einzel- und Kombiwetten. Welche Märkte im Einzelfall verfügbar sind, hängt vom genehmigten Wettprogramm des Anbieters ab; die GGL schreibt keinen Mindestkatalog vor, sondern lässt jeden Anbieter seinen genehmigten Mix anbieten.

Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote bei einer Wette auf den Turniersieger?

Rückzahlung = Einsatz × Quote; Nettogewinn = Einsatz × (Quote − 1). Wer 50 € zur Quote 5,00 setzt, erhält im Gewinnfall 250 € zurück, davon 200 € Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote, das Prinzip bleibt dasselbe.

Welche Beschränkungen gelten für Livewetten während eines laufenden Matches?

Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind während eines laufenden Spiels nur Wetten auf das Gesamtergebnis oder auf seltene Komponenten erlaubt – bei Tennis etwa der nächste Satz, nicht der nächste Punkt. Auf Punkt-für-Punkt-Livewetten, wie sie internationale Anbieter anbieten, muss in Deutschland verzichtet werden. Wer das Angebot eines Anbieters sieht, das solche Märkte enthält, sieht eine Funktion, die in Deutschland nicht abrufbar ist.

Wie werden Sportwettensteuer und Marge in der Quote berücksichtigt?

Die Marge ist der Puffer, den der Anbieter in jede Quote einbaut; sie ist die Differenz zwischen 100 % und der Summe der reziproken Quoten aller Ausgänge. Beispiel: bei 1,90 / 1,90 ergibt sich rechnerisch ein Auszahlungsanteil von rund 95 % und eine Marge von rund 5 %. Die Sportwettensteuer ist eine separate Größe: 5,3 % auf Einsatz minus Steuer (§§ 16, 17 RennwLottG), rund 5,03 % des eingezahlten Betrags; ob und wie der Anbieter sie an die Spielerin oder den Spieler weitergibt, entscheidet der Anbieter allein.

Wie wirkt das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten während der Turnierzeit?

Das Limit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt Anbieter-übergreifend über die LUGAS-Limitdatei. Wer im Juli Wimbledon und parallel die Fußball-Bundesliga spielen will, kann nur insgesamt 1.000 € einzahlen, nicht 1.000 € pro Anbieter. Eine Anhebung ist nur mit nachprüfbarem Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich und greift frühestens nach sieben Tagen. Für die Turnierzeit heißt das: Wer mit kleinem Budget plant, sollte das Limit im Auge behalten, nicht die Einzelwetten.

Inhalt erstellt vom Team «wettanbieterneu»