Online auf Pferderennen wetten: Was die deutsche Erlaubnis kostet und welche Anbieter sie haben

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 16, 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026

Ein Rennbahnoval mit Rasenfläche und weißer Rails im Morgennebel, im Hintergrund eine leere Tribüne.
In Deutschland gibt es 41 Galopprennbahnen; die größte ist der Rennplatz Iffezheim bei Baden-Baden, die zweitgrößte Hoppegarten bei Berlin.

Wer in Deutschland online auf Pferderennen wetten will, findet einen Markt vor, den der Glücksspielstaatsvertrag 2021 seit Juli 2021 neu ordnet. Eine Pferdewette im Internet braucht hierzulande eine deutsche Erlaubnis, sonst ist sie unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL führt die Inhaber dieser Erlaubnis in einer Whitelist; ohne Eintrag dort fehlt die rechtliche Grundlage. Was die Erlaubnis für das Wetten bedeutet, welche Wettarten auf den deutschen Rennbahnen laufen und welche zehn Anbieter die Liste aktuell führt, zeigt diese Übersicht.

Rechtliche Lage: Welche Erlaubnis eine Pferdewette im Internet in Deutschland voraussetzt

Pferdewetten fallen unter denselben Glücksspielstaatsvertrag wie Sportwetten, aber mit einer eigenen Erlaubnisart. Wer Pferdewetten im Internet veranstaltet oder vermittelt, braucht eine Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021); für Sportwetten auf andere Sportarten gilt § 9a Abs. 1 Nr. 3, eine andere Erlaubnis. Die GGL in Halle (Saale) ist die zuständige Behörde für beide und führt die zentrale Whitelist, deren aktueller Stand das einzige verlässliche Prüfzeichen ist.

Ein leerer Wettschein aus Papier und ein Kugelschreiber liegen auf einem Holztisch neben einem Fernglas.
Das erste Deutsche Derby wurde am 11. Juli 1869 in Hamburg als Norddeutsches Derby gelaufen; Sieger war Investment.

Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 zählt 30 Einträge. Davon halten 27 Anbieter eine Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich eine Pferdewetten-Erlaubnis; drei weitere halten ausschließlich eine Pferdewetten-Erlaubnis. Jede gelistete Domain trägt die Endung .de – ein .de-Auftritt allein beweist noch keine Erlaubnis, weil die Domain-Vergabe nichts mit der Aufsicht zu tun hat. Die Whitelist zeigt nur das Datum der Ersterlaubnis und, soweit vorhanden, das einer Folgeerlaubnis, niemals ein Enddatum. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die GGL verlängert auf Antrag, sie läuft nicht automatisch aus.

Die Erlaubnis ist nicht teilbar über eine Holding. Eine Domain nimmt nur die Wetten entgegen, für die unter genau dieser Domain eine Erlaubnis eingetragen ist. Ein Anbieter mit Pferdewetten-Erlaubnis darf keine Sportwetten auf Fußball oder Tennis annehmen; ein Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis darf keine Pferdewette auf ein deutsches Rennen annehmen, sofern nicht zusätzlich eine Pferdewetten-Erlaubnis für dieselbe Domain eingetragen ist. Wer beide will, braucht auch beide.

Was gesetzlich erlaubt ist: feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Teils davon, einzeln oder kombiniert, im Rahmen eines von der GGL genehmigten Sportwettprogramms. Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf vergleichbare seltene Ereignisse zulässig – Tore im Fußball, Sätze im Tennis, vergleichbare Spielstände; Punktgewinne im Tennis oder Körbe im Basketball zählen nicht dazu. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurniveau), auf manipulationsanfällige Vorfälle und auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport zählt nach dem Verständnis der GGL nicht als Sport, weshalb keine Erlaubnis für E-Sport-Wetten existiert. Virtuelle Sportwetten sind nicht geregelt; eine Aussage zu ihrer Rechtmäßigkeit lässt sich daraus nicht ableiten. Cash Out ist gesetzlich nicht geregelt; es bleibt eine Funktion, die jeder Anbieter nach eigener Ausgestaltung anbietet oder nicht.

Ohne Eintrag in der Whitelist ist das Angebot in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine rechtliche Wirkung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und in der Mitteilung konkrete Beispiele wie Platincasino genannt. Strafrechtlich steht die Organisation nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, die Werbung mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme nach § 285 StGB kann mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden. Verfolgungen einzelner Spieler sind in der Praxis nicht etabliert, was keine Entwarnung ist, aber auch keine Dramatisierung rechtfertigt.

Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Verfahren Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer solchen Nichtigkeit entgegensteht; ein Kläger fordert dort von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung zu verpflichten, mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorübergehend nicht durchzusetzen. Daraus ergibt sich kein Anspruch auf Erstattung in einem anderen Fall; die Linie ist noch nicht abschließend geklärt.

Die ehrliche Einordnung: Ein Anbieter auf der Whitelist bringt Rechtssicherheit, Spielerschutz nach GlüStV und OASIS-Anbindung; ein Anbieter ohne Whitelist bringt keine Anbindung an OASIS oder LUGAS, keine deutsche Rekursmöglichkeit und dafür typischerweise höhere Limits und weniger Eingriffe in das Spielverhalten.

Spielerschutz bei Pferdewetten: Einzahlungslimit, OASIS und Verifizierung gelten auch fürs Rennen

Ein Rennen ist kein Anlass, die Schutzmechanismen zu umgehen, die der Glücksspielstaatsvertrag für jede Wette vorsieht. Die Regeln unterscheiden nicht zwischen einem Pferderennen und einem Fußballspiel, und die GGL beaufsichtigt beide unter demselben Regime.

Teilnehmen darf nur, wer volljährig ist, also volle 18 Jahre. Jeder Anbieter führt genau ein Konto pro Spieler mit vollständiger Verifikation nach § 6a GlüStV. Vor der Verifikation darf ein Anbieter maximal 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einer Einzahlungsgrenze von 100 € und ohne Auszahlung. Danach ist die Identität zweifelsfrei festzustellen, bevor Auszahlungen fließen.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, kumuliert über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler eine höhere Grenze setzen, bis 10.000 €, im Ausnahmefall bis 30.000 €, aber nur bei einem kleinen Anteil aktiver Spieler (maximal 1 %), und nur nachprüfbar – eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Parallel-Accounts sind nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei LUGAS ausgeschlossen.

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV. Es wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, weshalb eine deutsche Sperre dort keine Wirkung entfaltet und das Einzahlungslimit eines deutschen Anbieters bei einem Parallel-Account im Ausland nicht mitzählt.

Bezahlt wird nach § 6b Abs. 4 nur von einem Konto, das auf den eigenen Namen lautet und bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen, was Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus den Einzahlungswegen wirft. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6-7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.

Was im Pferdewetten-Alltag zählt: Wer sein monatliches Limit ausreizen will, kann es nicht durch einen Wechsel zwischen mehreren Anbietern aushebeln; wer sich selbst sperrt, hat keine Hintertür über eine andere Marke; wer eine Auszahlung erwartet, ist an ein verifiziertes Konto auf eigenen Namen gebunden. Werbeversprechen, die diese Regeln unterlaufen wollen, sind kein Service, sondern ein Risiko.

Wettarten bei Pferderennen: Siegwette, Platzwette, Zweier-, Dreier- und Viererwette

Vier Grundarten strukturieren das Angebot auf deutschen und internationalen Rennbahnen: Siegwette, Platzwette, Zweier- und Dreierwette. Dazu kommen kombinierte Varianten wie die Viererwette, die über die deutschen Bahnen hinaus besonders auf britischen und irischen Meetings läuft. Die Quote wird am Totalisator ermittelt und spiegelt die Einsätze aller Spielteilnehmer eines Pools wider; sie ist deshalb keine Hausquote wie bei einem Sportwettenanbieter, sondern ein Marktpreis je Rennen.

Die Siegwette ist die einfachste Form: Das Pferd muss das Rennen gewinnen, sonst ist der Einsatz verloren. Die Quote steht vor dem Start fest, kann sich aber bei Börsenwetten bis zum Start noch bewegen. Die Platzwette honoriert Platzierungen unter den ersten drei, bei sieben oder weniger Startern nur die ersten zwei. Der Bruttoeinsatz wird auf das Platzierte aufgeteilt, was die effektive Quote gegenüber der Siegwette drückt, dafür aber häufiger gewinnt.

Die Zweierwette verlangt die ersten beiden Pferde in der richtigen Reihenfolge, die Dreierwette die ersten drei in der richtigen Reihenfolge. Beide Quoten fallen entsprechend höher aus, weil die Trefferwahrscheinlichkeit rasch sinkt – bei acht Startern stehen für die Zweierwette 56 mögliche Reihenfolgen, bei der Dreierwette 336. Die Viererwette legt die ersten vier in der richtigen Reihenfolge, was die Quote weiter in die Höhe treibt, aber gleichzeitig die Trefferwahrscheinlichkeit in Richtung nahe null drückt.

Bei einem toten Rennen, dem sogenannten Dead Heat, gelten die gleichzeitig ins Ziel gekommenen Pferde als gemeinsam auf der besseren Platzierung; die Platzierungen dahinter verschieben sich entsprechend. Die Wette wird in der Regel anteilig abgerechnet – wer auf ein Pferd im Dead Heat gesetzt hat, erhält seinen Anteil reduziert.

Zusätzlich kennt das Pferdewetten-Repertoire Kombinationen, bei denen mehrere Pferde ausgewählt werden, etwa Banker-Kombinationen, mit denen ein gesetztes Pferd mit mehreren möglichen Partnern kombiniert wird. Solche Wetten erlauben eine kleinere Auswahl an Startern, ohne auf eine hohe Quote zu verzichten, sind aber anfällig für falsche Kombinationen, weil eine einzige falsche Position die gesamte Wette kippt.

Was alle Wettarten teilen: Ohne Erlaubnis des Anbieters geht nichts; ohne Wettprogramm-Genehmigung der GGL nichts. Welche Wettarten ein Anbieter anbietet, steht im genehmigten Wettprogramm und damit auf der Whitelist. Das Wettprogramm ist nicht starr, sondern wird über die GGL erweitert; deshalb kann das Sortiment zwischen Anbietern variieren.

Frühe Quoten, Wettsteuer und Auszahlung: Wie sich der Preis zusammensetzt

Eine Quote beim Pferderennen ist kein statischer Wert, sondern ein laufendes Produkt aus Wettpool, Marktmeinung und Zeitpunkt. Frühe Quoten, oft schon am Vorabend oder mehrere Tage vor dem Start veröffentlicht, verschieben sich, wenn neue Informationen eintreffen – ein Jockeywechsel, eine Regenprognose, ein Startrückzug. Anbieter mit fester Quote halten den Preis ab Annahme der Wette, bewegen aber die angebotene Quote nach; Anbieter mit Börsenquoten lassen den Markt laufen, und der Wettende wettet gegen andere Wettende zu einem Preis, den er gerade findet.

Die Wettsteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler – § 19 RennwLottG. Ob und wie ein Anbieter sie an seine Kunden weitergibt, ist seine unternehmerische Entscheidung und steht in seinen AGB. Wer 10 € auf eine Wette zu Quote 5,00 setzt, gewinnt bei einer einfachen Siegwette 50 € brutto; zieht der Anbieter die Steuer direkt vom Einsatz ab, sind es nur 9,50 € Einsatz, der Bruttogewinn sinkt entsprechend. Zieht er sie vom Gewinn ab, was bei deutschen Buchmachern selten vorkommt, ändert sich die Rechnung erneut.

Verlässliche Auszahlungsquoten für Pferdewetten sind schwer zu vergleichen, weil das Totalisatorprinzip eine andere Logik hat als ein Sportwettenmarkt. Anbieter werben mit Begriffen wie „0 % Wettsteuer“ und „beste Quoten“, die sich auf eigene Studien beziehen – etwa eine Odoxa-Erhebung zu Fußball, Tennis und Handball, die Winamax zwischen April und August 2025 durchgeführt hat und auf die der Anbieter im Footer verweist. Eine vergleichbare Pferdewetten-Studie ist nicht verfügbar. Aussagen zu „besten Quoten“ beim Pferderennen sind deshalb nicht überprüfbar, sondern Marketing.

Beispielrechnung zur Marge eines Zwei-Wege-Markts: Bei zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen und Quoten von 1,90 / 1,90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 / (1/1,90 + 1/1,90) = 0,9474, also rund 94,7 %. Die Marge, also der Anteil, den der Veranstalter je eingesetztem Euro einbehält, liegt entsprechend bei rund 5,3 % – das ist die Bandbreite, in der sich diese Art von Markt bewegt. Bei drei oder mehr Startern im Pferderennen, einem Pool mit vielleicht zehn Startern und einem Sieger unter vielen, fällt die Auszahlungsquote in der Regel deutlich niedriger aus, weil mehr Kombinationen abgedeckt werden müssen. Konkrete Quoten hängen vom jeweiligen Rennen und vom Anbieter ab; ein einzelner Wert lässt sich daraus nicht seriös ableiten.

Die Konsequenz für den Wettenden: Die Wettsteuer schmälert die Auszahlung messbar, die Marge sowieso; die Trefferwahrscheinlichkeit ist beim Pferderennen naturgemäß niedrig, und Kombinationen mit mehreren Pferden treffen noch seltener. Wer spielt, spielt um den Nervenkitzel eines hohen Treffers, nicht um eine statistisch günstige Wette.

Galopprennen in Deutschland: Rennbahnen, Klassiker und was den Spielplan prägt

In Deutschland gibt es 41 Galopprennbahnen, zusammengefasst unter dem Dachverband Deutscher Galopp. Die größte Anlage ist der Rennplatz Iffezheim bei Baden-Baden, gefolgt vom Hoppegarten bei Berlin. Beide Schauplätze tragen Gruppen- und Listenrennen, die Rennwochen Baden-Baden und Berlin-Hoppegarten gelten als saisonale Höhepunkte neben Hamburg.

Das Deutsche Derby ist das höchstdotierte Gruppenrennen hierzulande, mit 650.000 € Preisgeld ausgestattet und seit 1869 ausgetragen. Am 11. Juli 1869 startete das Rennen in Hamburg als Norddeutsches Derby, mit dem Sieger Investment; seit 1889 trägt es den Namen Deutsches Derby. Austragungsort ist die Galopprennbahn Hamburg-Horn, die Distanz liegt bei 2400 m. Die Sieger der letzten Jahre heißen Palladium (2024), Hochkönig (2025) und Dardanos (2026); der erfolgreichste Trainer bleibt George Arnull mit neun Siegen, bei den Jockeys führen Gerhard Streit und Andrasch Starke mit je acht Siegen.

Das Deutsche Derby gehört zu den klassischen Rennen für dreijährige Vollblüter, einer Gruppe, die international auch das englische und irische Derby, das französische Prix du Jockey Club sowie die klassischen Stutenrennen umfasst – 1000 Guineas, 2000 Guineas, Preis der Diana und das St. Leger, das seit 1776 das älteste klassische Rennen ist und über rund 2800 m läuft.

Im deutschen Galopprennsport werden Flachrennen auf hindernisfreier Bahn und Hindernisrennen unterschieden. Galopprennen laufen international meist zwischen 800 m und 4200 m; deutsche Flachrennen decken die Spanne von 1000 m Sprints bis 3400 m Steher ab. Im Handicap tragen die Pferde unterschiedliche Gewichte, um die Chancen auszugleichen – deutsche Flachrennen kennen vier Ausgleichsklassen, Hindernisrennen drei.

Was den Spielplan für Wettinteressierte konkret macht: Die Saison startet traditionell im Frühjahr, gipfelt im Sommer mit Derby und Großer Woche in Baden-Baden, klingt im Herbst aus. Einzelne Rennbahnen wie Iffezheim und Hoppegarten bieten über die Saison verteilt mehrere Renntage; das Hauptprogramm konzentriert sich auf die wenigen großen Meetings. Welche Rennen ein Anbieter ins Programm nimmt, hängt von seiner Genehmigung durch die GGL ab, nicht von seiner Marketingabteilung.

International bleibt Royal Ascot ein eigenständiger Schwerpunkt; die britische Rennwoche dauert fünf Tage Mitte Juni, mit einem Gesamtpreisgeld von 9,52 Millionen Pfund für 2023. Anbieter mit breitem Wettprogramm führen Rennen aus Deutschland, Großbritannien, Irland, Frankreich und den USA im Sortiment, dazu Hongkong, Japan und Australien – das ist die Spanne, in der sich heute ein lizenzierter deutscher Anbieter bewegt.

Die zehn Anbieter auf der GGL-Whitelist für Pferdewetten und Sportwetten

Diese Übersicht führt die zehn Anbieter auf, die auf der GGL-Whitelist vom 2. Oktober 2026 mit einer Erlaubnis für Pferdewetten im Internet oder für Sportwetten eingetragen sind. Drei davon halten eine reine Pferdewetten-Erlaubnis, sieben eine Sportwetten-Erlaubnis; die Tabelle zeigt den Konzessionär und das Datum der Ersterlaubnis.

Anbieter Konzessionär Erlaubnisart Ersterlaubnis
RaceBets RaceBets International Gaming Limited, Malta Pferdewetten im Internet 26.08.2015
Wettstar Wettstar GmbH Pferdewetten im Internet 14.08.2026
Trotto Berliner Trabrenn-Verein e.V. Pferdewetten im Internet 30.09.2016
Pferdewetten.de NetX Betting Limited, Malta Pferdewetten im Internet 14.11.2017
DAZN Bet DZBT Operations Limited, Malta Sportwetten 22.08.2023
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited, Malta Sportwetten 02.11.2020
Winamax WINAMAX (Société anonyme) Sportwetten 29.06.2021
VBet SCGO Limited, Malta Sportwetten 05.12.2023
LeoVegas LVSports Limited, Malta Sportwetten 21.10.2024
Wettarena I.B.C. Sportsbetting Limited, Malta Sportwetten 09.10.2020

Die Tabelle zeigt die formale Seite: Wer steht mit welcher Erlaubnis auf der Liste. Sie zeigt nicht, was die Anbieter darüber hinaus bieten – Quoten, App, Livestreams, Zahlungswege. Diese Aspekte sind in den nächsten Abschnitten für jeden Anbieter zusammengefasst.

RaceBets – spezialisierter Pferdewetten-Anbieter mit langer Erlaubnishistorie

RaceBets ist einer der drei Anbieter mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis im aktuellen Whitelist-Stand. Die Ersterlaubnis datiert vom 26. August 2015, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt; die Konzessionärin sitzt in Ta‘ Xbiex, Malta. Der Anbieter richtet sich an Wettende, die ausschließlich Pferderennen spielen wollen, mit einem entsprechend kuratierten Wettprogramm und einer auf diese Sportart zugeschnittenen Benutzeroberfläche.

Die Spezialisierung wirkt zweischneidig. Wer ausschließlich Pferde spielt, bekommt ein passgenaues Sortiment und eine Oberfläche, die nicht mit Fußball oder Tennis befrachtet ist; wer ab und zu eine andere Sportart spielen will, muss zu einem anderen Anbieter wechseln und riskiert die parallele Kontoführung. Da die Limitdatei LUGAS Einzahlungen anbieterübergreifend mitzählt, ist der zweite Anbieter ohnehin die Regel.

Für wen RaceBets die richtige Wahl ist: Für den Pferdewetten-Puristen, der eine lange Erlaubnishistorie schätzt und keine andere Sportart ins Sortiment braucht. Wer abwägt, sollte prüfen, ob die Wettprogramm-Tiefe zu den eigenen Rennen passt, ob die Live-Angebote ausreichen und ob das Wettsteuer-Modell zur geplanten Spielweise passt.

Wettstar – neuer Pferdewetten-Anbieter mit Livestream-Schwerpunkt

Wettstar ist der zweite Spezialist für Pferdewetten auf der Liste und gleichzeitig der jüngste Eintrag in dieser Kategorie: Die Ersterlaubnis datiert auf den 14. August 2026. Der Anbieter wird von der Wettstar GmbH geführt und bewirbt in seinen FAQ Live-Streams von einer Vielzahl deutscher und internationaler Pferderennen.

Der Livestream-Bezug ist für eine Rennsportart fast unverzichtbar, weil die Formkurve eines Pferdes im Rennen selbst sichtbar wird. Wer ohnehin auf den Bewegtbildern mitläuft, schätzt ein integriertes Angebot. Was die App angeht, fallen die Aussagen jenseits der Streams spärlich aus; eine Aussage zu Quoten oder Wettprogramm-Tiefe lässt sich aus dem Eintrag nicht ableiten.

Für wen Wettstar passt: Für Spieler, die das Rennen live sehen wollen, ohne zwischen Stream-Plattform und Wettanbieter zu wechseln, und die einen erst seit Kurzem zugelassenen Spezialisten ausprobieren möchten. Wer auf eine breite Erlaubnishistorie Wert legt, findet sie eher bei RaceBets oder Pferdewetten.de.

Trotto – Trabrennen-Anbieter mit Vereinsstrang

Trotto ist der dritte Pferdewetten-Anbieter auf der Liste und der einzige, bei dem der Konzessionär kein Wirtschaftsunternehmen, sondern ein Verein ist: der Berliner Trabrenn-Verein. Die Ersterlaubnis datiert vom 30. September 2016, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt. „Trotto“ verweist auf das französische Wort für Trab, was die Ausrichtung erklärt: Trabrennen statt Galopp.

Die Spezialisierung auf Trabrennen ist schmaler als die der reinen Pferdewetten-Anbieter insgesamt; das Rennen hat eine kleinere Fangemeinde als der Galoppsport. Wer auf Trabrennen setzt, hat in Trotto einen direkten Zugang; wer Galopp oder Hindernisrennen bevorzugt, landet bei einem der übrigen Anbieter.

Für wen Trotto passt: Für Anhänger des Trabrennsports, die ihren Einsatz unmittelbar beim veranstaltenden Verein platzieren wollen. Für wen das nicht zutrifft: Die anderen Pferdewetten-Anbieter auf der Liste sind die breitere Wahl.

Pferdewetten.de – spezialisierter Anbieter unter NetX-Schirm

Pferdewetten.de gehört zu den drei Spezialisten, wird aber von einem Konzessionär geführt, der auch unter anderen Domains aktiv ist: Die NetX Betting Limited aus Malta ist auf der Whitelist auch für die Domains lotos-wetten.de geführt. Die Ersterlaubnis für Pferdewetten im Internet datiert vom 14. November 2017, die Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.

Die Kombination unter einem gemeinsamen Konzessionär bedeutet, dass Auszahlungswege, Verifikationsprozess und Spielerschutz-Mechanismen dieselbe Struktur haben können – ein Vorteil für Spieler, die bereits mit einer Marke zufrieden sind und parallel eine zweite nutzen wollen. Was die Wettprogramm-Tiefe und die Quoten angeht, ist ein direkter Vergleich mit den anderen Spezialisten nur über eigene Tests möglich.

Für wen Pferdewetten.de passt: Für Spieler, die einen Spezialisten unter einem etablierten maltesichen Konzessionär suchen und die Kombination aus klassischer Marke und moderner Konzernstruktur schätzen. Wer eine andere Marke unter demselben Dach testen will, findet sie bei lotos-wetten.de.

DAZN Bet – Sportwetten-Anbieter mit junger Erlaubnis und breitem Sortiment

DAZN Bet ist einer von zwei Anbietern mit reiner Sportwetten-Erlaubnis auf der Liste, die zusätzlich im Pferderennen-Sortiment auftreten. Die Ersterlaubnis datiert vom 22. August 2023, der Konzessionär ist die DZBT Operations Limited aus Zebbug, Malta.

Die Marke profitiert vom Sportwetten-Stamm des Mutterbrands DAZN; die Sichtbarkeit im Sportumfeld ist entsprechend hoch. Welche Rennen ein Anbieter konkret ins Wettprogramm nimmt, hängt vom genehmigten Sportwettprogramm ab – mit einer Sportwetten-Erlaubnis ohne Pferdewetten-Erlaubnis ist der Spielraum für Pferderennen begrenzt. Wer Pferdewetten spielen will, sollte vor der Registrierung prüfen, welche Bahnen und Rennen im Wettprogramm stehen.

Für wen DAZN Bet passt: Für Spieler, die Sportwetten und Pferdewetten unter einem Dach spielen wollen, ohne zu einem Spezialisten zu wechseln. Die Anziehungskraft liegt in der Markenbekanntheit, nicht in einer besonderen Pferdewetten-Tiefe.

bet-at-home – etablierter Sportwetten-Anbieter mit langer deutscher Historie

Bet-at-home gehört zu den etablierten Namen in der Liste. Die Ersterlaubnis datiert vom 2. November 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 22. Dezember 2022 erteilt. Der Konzessionär ist die Bet-at-home.com Internet Limited, ebenfalls aus Malta. Für virtuelle Automatenspiele liegt eine zusätzliche Erlaubnis seit dem 28. Dezember 2022 vor – relevant für Spieler, die Casino und Sportwetten unter einem Dach spielen wollen.

Das Sortiment ist breit aufgestellt, der Auftritt in Deutschland gefestigt; für Pferderennen gilt das, was bei DAZN Bet gilt: Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt nicht ohne weiteres Pferdewetten ab, die Teilnahme ist nur möglich, wenn das genehmigte Wettprogramm Rennen einschließt. Welche Rennen genau angeboten werden, ergibt sich aus dem aktuellen Wettprogramm und nicht aus der Whitelist.

Für wen bet-at-home passt: Für Spieler, die Sportwetten gewohnt sind und einen deutschen Anbieter mit langer Historie suchen, gegebenenfalls mit zusätzlichem Casino-Angebot. Für Pferdewetten-Spezialisten bleibt es eine Ergänzung, keine Alternative.

Winamax – Sportwetten-Anbieter mit eigener Quote-Studie als Werbegrundlage

Winamax geht mit der Aussage „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ ins Rennen, die im Footer der eigenen Website steht. Grundlage ist eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April 2025 und dem 30. August 2025, nach der Winamax in 45 % der untersuchten Quoten an erster Stelle lag. Die Ersterlaubnis datiert vom 29. Juni 2021, eine Folgeerlaubnis wurde am 8. Dezember 2022 erteilt.

Ein Rennpferd steht allein an einem weißen Zaun, im Hintergrund unscharf die Rennbahn im goldenen Abendlicht.
Das Deutsche Derby ist ein Gruppe-I-Rennen für dreijährige Vollblüter über 2400 m auf der Galopprennbahn Hamburg-Horn und mit 650.000 € das höchstdotierte Gruppenrennen Deutschlands.

Was die Werbung offenlässt: Die Studie deckt Fußball, Tennis und Handball ab – gerade nicht Pferderennen. Wer Winamax für Pferdewetten in Betracht zieht, muss daher prüfen, ob das eigene Sortiment die Rennen abdeckt, die er spielen will, und ob das Wettsteuer-Modell im eigenen Spielschema trägt.

Für wen Winamax passt: Für Spieler, die ein hohes Quoten-Niveau bei klassischen Ballsportarten schätzen und die Werbung als Hinweis, aber nicht als Beweis lesen. Für Pferdewetten-Spezialisten bleibt die Eignung offen, bis das eigene Wettprogramm geprüft ist.

VBet – Sportwetten-Anbieter mit später Erlaubnis

VBet ist mit der Ersterlaubnis vom 5. Dezember 2023 ein vergleichsweise junger Eintrag auf der Liste. Der Konzessionär ist die SCGO Limited aus St. Julian’s, Malta. Die Marke tritt international in mehreren Märkten auf, der deutsche Auftritt ist an die deutsche Erlaubnis gebunden.

Was junge Anbieter kennzeichnet: Das Sortiment ist oft breit, die Historie auf dem deutschen Markt kürzer, die Plattform aber aktuell. Wer auf Plattform-Reife und Update-Frequenz achtet, findet hier einen Anbieter auf dem aktuellen Stand der Technik. Für Pferdewetten gilt die Einschränkung, die auch für DAZN Bet und Winamax gilt: Eine Sportwetten-Erlaubnis allein deckt Pferdewetten nicht ab, das Wettprogramm muss die Rennen einschließen.

Für wen VBet passt: Für Spieler, die einen jungen Anbieter mit aktueller Plattform suchen und mit einer breiteren Marke vertraut sind. Wer spezifische Pferdewetten-Tiefe sucht, sollte das Wettprogramm vor der Anmeldung prüfen.

LeoVegas – Sportwetten-Anbieter mit Casino-Hintergrund und jüngster Erlaubnis

LeoVegas ist der jüngste Eintrag in der Kategorie Sportwetten: Die Ersterlaubnis datiert vom 21. Oktober 2024, der Konzessionär ist die LVSports Limited aus Malta. Für virtuelle Automatenspiele liegt eine zusätzliche Erlaubnis seit dem 27. Februar 2023 vor – der Casino-Hintergrund schlägt sich in einer breiteren Genehmigungsbasis nieder.

Der Casino-Stamm bringt eine App-Logik mit, die auf mobile Spieler zugeschnitten ist; das ist ein Punkt, an dem sich reine Sportwetten-Anbieter mit LeoVegas messen lassen müssen. Für Pferdewetten gilt die gleiche Einschränkung wie für die anderen Sportwetten-Anbieter: Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt Rennen nur ab, wenn das Wettprogramm sie einschließt.

Für wen LeoVegas passt: Für Spieler, die Sportwetten mit gelegentlichen Casino-Spielen kombinieren, eine mobile Plattform schätzen und mit einem jungen Anbieter kein Problem haben. Pferdewetten-Spezialisten bleiben bei RaceBets, Wettstar oder Pferdewetten.de.

Wettarena – Sportwetten-Anbieter unter I.B.C.-Struktur

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited aus Sliema, Malta, geführt. Die Ersterlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 15. Dezember 2022 erteilt. Die Marke gehört zu den Sportwetten-Anbietern mit längerer deutscher Historie, ohne dass die Markenbekanntheit mit Branchengrößen mithält.

Was diese Position mit sich bringt: Eine gefestigte Erlaubnisstruktur, ein etabliertes Wettprogramm, möglicherweise schmalere Marketingbudgets im Vergleich zu den großen Namen. Die Anziehungskraft liegt eher im Sortiment und im Quotenniveau als im Markenauftritt.

Für wen Wettarena passt: Für Spieler, die einen ruhigen Anbieter ohne großen Marketing-Rummel bevorzugen. Für Pferdewetten bleibt es bei der gleichen Einschränkung wie für die anderen Sportwetten-Anbieter – das Wettprogramm entscheidet.

Pferdewetten als Spiel: Was eine breite Erlaubnis abdeckt, was sie nicht abdeckt

Eine Erlaubnis auf der Whitelist deckt genau die Wetten ab, die unter der eingetragenen Domain und im genehmigten Wettprogramm angeboten werden. Wer Pferdewetten spielt, prüft die Art der Erlaubnis – Pferdewetten im Internet oder Sportwetten – und die Reichweite des Wettprogramms. Die Reichweite ist nicht statisch; ein Anbieter kann sein Wettprogramm über die GGL erweitern lassen, was bedeutet, dass das Sortiment zwischen den Überprüfungen wachsen kann.

Eine breite Erlaubnis ist nicht automatisch eine bessere Wette. Wer auf ein deutsches Derby wetten will, braucht einen Anbieter, der das Rennen im Programm führt, was nicht jeder Sportwetten-Anbieter tut. Wer internationale Meetings wie Royal Ascot spielen will, prüft das internationale Sortiment. Wer exotische Rennen aus Hongkong oder Japan spielen will, schaut in die Programmliste, nicht in die Whitelist.

Die Mechanik hinter jeder Wette: Einsatz, Quote, mögliche Auszahlung. Bei einer Quote von 5,00 und einem Einsatz von 10 € beträgt die Bruttoauszahlung 50 €; nach Wettsteuer – 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“, also knapp 0,48 € bei 10 € Einsatz – verbleiben 49,52 € Auszahlung. Was der Anbieter tatsächlich abzieht, steht in seinen AGB. Die Marge des Markts liegt bei dieser Quote weit über 5 %, weil eine Siegerquote von 5,00 bei einem Acht-Pferde-Rennen auf einen Auszahlungsschlüssel von rund 24 % hindeutet.

Kombinationen verschärfen das Bild: Wer eine Zweierwette zu kombinierten Quoten 20,00 mit 1 € spielt, gewinnt 20 €; die Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei einem Feld mit acht Startern bei 1 zu 56, also unter 2 %. Wer eine Dreierwette zu 100,00 mit 0,50 € spielt, gewinnt 50 €; die Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei 1 zu 336, also unter 0,3 %. Die Auszahlungsquote bleibt für jede Wette niedrig, weil nur ein Bruchteil der Kombinationen trifft; die Marge des Markts ist entsprechend hoch, und die Wettsteuer schmälert den Gewinn noch einmal.

Was eine breite Erlaubnis nicht abdeckt: Kein Anbieter auf der Whitelist darf E-Sport-Wetten anbieten, weil E-Sport nicht als Sport im Sinne des GlüStV anerkannt ist. Kein Anbieter darf auf untere Ligen oder Amateursport wetten lassen, soweit dies in der GGL-Praxis als manipulationsanfällig oder als Veranstaltung mit überwiegend Minderjährigen gilt. Kein Anbieter darf Wetten auf Regelverstöße oder Sanktionen anbieten. Wo die Werbung Versprechen macht, die über das genehmigte Wettprogramm hinausgehen, ist Vorsicht geboten.

Weltweite Rennen und Wettumsatz: Wo der deutsche Markt in den internationalen Kontext passt

Pferderennen gelten als die Sportart mit dem weltweit höchsten Wettumsatz, gemessen am Anteil des Wettvolumens am gesamten Glücksspielmarkt einzelner Länder. In Großbritannien, Irland, Hongkong, Japan und Australien ist das Pferderennen die dominierende Wettsportart; in Deutschland ist der Anteil am gesamten Sportwettenmarkt kleiner, aber nicht unbedeutend.

Die wichtigsten Schauplätze sind Royal Ascot in Berkshire – eine fünftägige Rennwoche Mitte Juni mit 9,52 Millionen Pfund Preisgeld für 2023 –, die Rennbahnen in Cheltenham, Newmarket und York, das irische Punchestown, das japanische Tokio Racecourse, die amerikanischen Tracks in Kentucky und Kalifornien sowie die australischen Bahnen in Melbourne und Sydney. Deutsche Anbieter mit internationalem Wettprogramm führen viele dieser Meetings.

Was die Wettumsätze bedeuten: Je höher der internationale Umsatz eines Rennens, desto liquider der Wettmarkt, desto enger die Margen. In Märkten mit hoher Liquidität liegt die Marge oft unter 5 %, in Märkten mit niedriger Liquidität und wenigen Startern über 10 %. Konkrete Margen pro Markt hängen vom jeweiligen Rennen und vom Anbieter ab; einzelne Werte aus dem Forschungsstand lassen sich nicht seriös verallgemeinern.

Was das für den deutschen Wettenden heißt: Wer internationale Meetings spielt, findet breitere Quoten und geringere Margen als auf kleinen deutschen Sandbahnrennen; wer deutsche Klassiker spielt, findet ein konzentrierteres Programm und eine überschaubarere Auswahl. Beide Welten funktionieren, kosten aber unterschiedlich viel pro eingesetztem Euro.

Wie viel eine Wette auf ein Pferderennen tatsächlich kostet

Die ehrliche Rechnung beginnt mit dem Einsatz. Wer 10 € auf Quote 5,00 setzt, gewinnt im Erfolgsfall 50 € brutto. Davon geht die Wettsteuer ab, die der Veranstalter schuldet und die je nach Anbieter direkt vom Einsatz oder vom Gewinn abgezogen wird. Bei 5,3 % vom Nettoeinsatz (10 € minus Steuer) sind das ungefähr 0,48 €; bei manchen Anbietern wird vom Bruttoeinsatz abgezogen, was 0,53 € ergibt. Die Differenz ist klein, aber genau dokumentierbar in den AGB.

Hinzu kommt die Marge des Marktes. Bei einer Siegwette auf einen Acht-Pferde-Renn mit Quoten um 5,00 liegt die Auszahlungsquote geschätzt zwischen 70 % und 80 %, die Marge entsprechend zwischen 20 % und 30 %. Bei einer Zweierwette auf dasselbe Rennen mit kombinierten Quoten um 20,00 ist die Auszahlungsquote deutlich niedriger, oft im Bereich von 50 % bis 60 %, weil Treffer selten sind und die Marge entsprechend dicker ausfällt. Konkrete Margen sind nicht erfasst, die Spannweiten sind das, was seriös bleibt.

Beispielrechnung Marge eines Zwei-Wege-Markts: Eine Wette zu Quote 1,90 / 1,90 würde dem Anbieter eine Auszahlungsquote von rund 95,0 % ermöglichen, die Marge läge entsprechend bei rund 5,0 %. Das ist die untere Grenze, die bei Märkten mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen möglich ist; bei mehreren Startern steigt die Marge. Die Spannweite, die sich aus dieser Mechanik ergibt, reicht von etwa 5 % bei Zwei-Wege-Märkten bis zu Werten über 30 % bei exotischen Kombinationen.

Die Konsequenz für den Wettenden: Der Anteil, der als Gewinn beim Spieler ankommt, ist im Pferderennen niedriger als in klassischen Ballsportarten, weil Kombinationen mit vielen Startern einbezogen werden müssen. Der Nervenkitzel eines hohen Treffers kostet seinen Preis, und der Preis steht nicht in der Werbung.

Auszahlung, Limits und die Mechanik, die jede Wette begleitet

Was nach dem Rennen passiert, hängt von der Auszahlungsmechanik des Anbieters ab. Gewinn wird erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt – so schreibt es das Statut vor; eine vorzeitige Auszahlung ist nicht zulässig. Bei Pferderennen gilt das Ende mit dem Zieleinlauf und der offiziellen Platzierung; bei einem Dead Heat wird anteilig ausgezahlt.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt kumuliert über alle Anbieter, die an LUGAS angeschlossen sind. Wer bei einem Anbieter 800 € eingezahlt hat, kann bei einem zweiten nur noch 200 € einzahlen. Eine Anhebung des Limits ist nachprüfbar zu begründen, eine Senkung greift sofort. Die Mechanik zwingt zu einer ehrlichen Selbsteinschätzung.

Cash Out ist eine Anbieterfunktion, die je nach Marke verfügbar ist oder nicht. Die GGL schreibt sie nicht vor; ein Anbieter mit Cash Out gibt dem Spieler die Möglichkeit, eine offene Wette vor dem Ende zu schließen, zu einem Preis, den der Anbieter in dem Moment setzt. Der Preis liegt meist unter dem fairen Wert, weil der Anbieter die Liquidität sicherstellt und sich dafür einen Abschlag nimmt. Wer Cash Out regelmäßig nutzt, gibt einen Teil seines erwarteten Gewinns ab.

Was die Mechanik für den Wettenden bedeutet: Bei jeder Wette zahlt er die Wettsteuer und die Marge des Marktes; bei einer vorzeitigen Schließung zusätzlich den Cash-Out-Abschlag. Drei Abzüge stehen zwischen Einsatz und Auszahlung. Wer das ehrlich rechnet, sieht, dass auch eine hohe Quote durch ein paar kleine Schritte auf die tatsächliche Auszahlung drückt.

Wie es weitergeht: Prüfung, Anmeldung und die ersten Schritte

Wer Pferdewetten online spielen will, geht eine feste Sequenz durch. Zuerst steht die Prüfung gegen die Whitelist, denn nur dort eingetragene Anbieter sind erlaubt. Der Blick geht auf die Art der Erlaubnis – Pferdewetten im Internet oder Sportwetten – und auf den Konzessionär. Drei Spezialisten halten die Pferdewetten-Erlaubnis, sieben Anbieter die Sportwetten-Erlaubnis; ein Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis deckt Pferdewetten nur, wenn das Wettprogramm es vorsieht.

Dann steht das Wettprogramm im Vordergrund. Welche Bahnen sind im Programm, welche Rennwochen, welche Distanzen, welche Wettarten? Wer auf deutsche Klassiker setzen will, sucht einen Anbieter, der das Deutsche Derby und die Große Woche führt; wer auf britische Meetings setzen will, sucht einen Anbieter mit Royal Ascot, Cheltenham und York.

Anschließend steht die Anmeldung mit vollständiger Verifikation. Name, Adresse, Geburtsdatum, Ausweisdokument; ab da gilt das Standardkonto mit dem 1.000-€-Monatslimit. Vor der Verifikation darf maximal 72 Stunden mit höchstens 100 € Einzahlung gespielt werden, ohne Auszahlung. Diese Phase ist keine Testphase, sondern eine harte Frist.

Sobald das Konto läuft, gilt: Einzahlung über ein Konto auf den eigenen Namen bei einem Geldwäsche-pflichtigen Institut; keine anonymen Mittel, keine Kryptowährungen, keine fremden Konten. Auszahlung erfolgt auf das gleiche Konto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.

Was die Sequenz offenlässt: Welcher Anbieter die beste Quote auf ein bestimmtes Rennen hat, lässt sich nicht generell sagen, sondern muss zum Renntag geprüft werden. Frühe Quoten können sich verschieben, die finale Wettquote steht erst kurz vor dem Start fest.

Häufig gestellte Fragen

Wie wettet man auf Pferderennen online, und was muss ein Anbieter in Deutschland dafür erlaubt haben?

Für Pferdewetten im Internet braucht ein Anbieter eine Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags; die GGL führt die Inhaber in einer zentralen Whitelist. Wer auf der Liste steht, darf unter der eingetragenen Domain Pferdewetten anbieten, wobei das Wettprogramm und die Spielerschutzregeln des GlüStV gelten. Ein Angebot ohne Listeneintrag ist unerlaubtes Glücksspiel, eine Lizenz aus einem anderen Rechtsraum hat in Deutschland keine Wirkung.

Welche Wettarten gibt es beim Pferderennen, etwa Siegwette, Platzwette sowie Zweier-, Dreier- und Viererwette?

Die vier Grundarten sind Siegwette, Platzwette, Zweierwette und Dreierwette in der richtigen Reihenfolge; die Viererwette legt die ersten vier Pferde in Reihenfolge fest. Die Quote wird am Totalisator ermittelt, spiegelt also das Verhältnis der Einsätze im Wettpool wider und ist keine Hausquote wie beim Sportwettenanbieter. Bei einem toten Rennen – Dead Heat – wird die Wette anteilig abgerechnet.

Wie wird ein Wettschein für ein Pferderennen ausgefüllt, und wie ergibt sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote?

Der Wettschein enthält die Rennnummer, die Wettart, das Pferd oder die Pferdekombination, den Einsatz und die Quote zum Zeitpunkt der Annahme. Bei einer Siegwette zu Quote 5,00 und 10 € Einsatz beträgt die Bruttoauszahlung 50 €; die Wettsteuer von 5,3 % vom Nettoeinsatz schmälert die Auszahlung je nach Anbieter. Bei Kombinationen multiplizieren sich die Quoten, was die Auszahlung erhöht, aber die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt deutlich.

Was zeigt die GGL-Whitelist zu Anbietern, die ausschließlich Pferdewetten anbieten?

Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 führt drei Anbieter mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis: RaceBets (Ersterlaubnis 26.08.2015), Wettstar (14.08.2026) und Trotto (30.09.2016), dazu Pferdewetten.de als vierter Spezialist. Eine reine Pferdewetten-Erlaubnis deckt keine Fußball- oder Tenniswetten ab; wer andere Sportarten spielen will, muss zu einem Anbieter mit zusätzlicher Sportwetten-Erlaubnis wechseln und das kumulierte Monatslimit beachten.

Gelten das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat und OASIS auch für Pferdewetten?

Ja, beides gilt unabhängig von der Sportart. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, kumuliert über alle Anbieter hinweg über die Limitdatei LUGAS. OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist die bundesweite Sperrdatei, die bei Registrierung und Anmeldung abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, sonst mindestens ein Jahr. Offshore-Anbieter sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen.

Inhalt erstellt vom Team «wettanbieterneu»