Wer in Deutschland legal auf Badminton wetten will – und was es kostet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Datenstand: Oktober 16, 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Stand 2. Oktober 2026.

Eine leere Badmintonhalle mit gespanntem Netz und hellen Hallenlichtern, ein Federball liegt auf dem Hallenboden.
Die All England Championships im Badminton wurden erstmals 1899 ausgetragen; zur Kategorie BWF World Tour Super 1000 zählen auch China Open, Malaysia Open und Indonesia Open.

Eine Wette auf das Halbfinale der All England Championships ist schnell abgegeben – vorausgesetzt, der Anbieter nimmt sie entgegen, das Konto ist verifiziert und der Anbieter steht auf der GGL-Whitelist. In Deutschland ist das keine Selbstverständlichkeit: Die Whitelist führt zehn nennenserte Wettanbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021, und nicht jeder von ihnen zeigt Badminton im Wettprogramm. Wer auf Badminton setzt, vergleicht darum nicht nur Quoten, sondern zuerst, ob der Anbieter überhaupt eine Erlaubnis hat – und zweitens, was die Satzzählweise bis 21, die Live-Regel zur nächsten Aktion und die Wettsteuer in Euro bedeuten.

Rechtslage: Ohne GGL-Erlaubnis ist die Wette in Deutschland unerlaubt

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das Sportwetten-Geschäft in Deutschland. Die zentrale Stelle ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV 2021, überwacht die Anbieter und verhängt Bußgelder nach § 28a GlüStV 2021. Die Wettsteuer selbst ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Ein leerer Papierwettschein und ein Kugelschreiber auf einer glatten Schreibtischplatte, daneben ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Notizen.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Wer legal Wetten auf Badminton anbieten will, braucht eine deutsche Erlaubnis. Eine maltesische oder curaçaoische Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL-Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV 2021) ist der einzige verlässliche Test: Sie wird täglich aktualisiert und enthält im Stand vom 2. Oktober 2026 insgesamt 30 Einträge – 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewettanbieter. Jede gelistete Domain endet auf .de, aber eine .de-Domain allein beweist gar nichts.

Die erste Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV 2021 für fünf Jahre erteilt; auf der Whitelist steht nur das Erteilungsdatum, kein Enddatum. Nur die Domain, die unter der konkreten Erlaubnis eingetragen ist, darf Sportwetten annehmen – eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele oder Online-Casino sagt nichts über die Sportwetten-Sektion aus.

Was darf auf den Wettschein – und was nicht

Der Wettprogramm-Katalog (§ 21 Abs. 1 und Abs. 5 GlüStV 2021) lässt feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses, eines Abschnitts oder eines Vorfalls zu, einzeln oder in Kombination. Welche Wetttypen genau zulässig sind, legt die GGL fest; das Sportwettprogramm ist nicht beliebig erweiterbar.

Zwei Badmintonschläger und ein Federball liegen auf einem Holzboden neben der Seitenlinie, weiches Licht fällt von der Seite ein.
Beim Badminton wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt; ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte mit mindestens 2 Punkten Vorsprung hat.

Bei Live-Wetten (§ 21 Abs. 4 GlüStV 2021) darf während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf „nächste Aktion“ gewettet werden, und nur in Sportarten, in denen solche Aktionen selten sind. Konkret erlaubt: nächstes Tor im Fußball, nächster Satz im Tennis, nächster Satz im Badminton – jeweils eines pro Spiel. Verboten: nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball. Sportwetten auf E-Sports sind in Deutschland nicht erlaubt; die GGL erkennt E-Sports nicht als Sport an, es gibt keine zugelassene E-Sports-Wette. Verboten sind weiter Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport), auf manipulationsoffene Konstellationen und auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Politische und gesellschaftliche Ereignisse sind ebenfalls nicht wettbar.

Steuer: 5,3 % – aber wovon genau

Die Sportwettensteuer ist in §§ 16–25 RennwLottG geregelt und beträgt 5,3 % des Bemessungsgrundlage „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18 RennwLottG). Auf den eingezahlten Betrag gerechnet sind das rund 5,03 % (5,3 geteilt durch 105,3). Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung – festgehalten in den eigenen AGB. Eine seriöse Aussage lautet daher nie pauschal „5,3 % vom Einsatz“, sondern beschreibt die Steuerlast von 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags), sofern der Anbieter dies nicht abweichend in seinen Bedingungen festhält. Die Wettsteuer wird auch von unlizenzierten Anbietern abgeführt – eine gezahlte Steuer ist kein Lizenznachweis.

Werbung und Bonus

Werbung für Glücksspiel ist nach § 5 Abs. 7 GlüStV 2021 nur Erlaubnisinhabern gestattet. Ein Werbeverbot zwischen 6:00 und 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casino – nicht für Sportwetten. Bei Sportwetten ist Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal untersagt, ebenso Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären sowie eine affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3 und 6 GlüStV 2021). Der GlüStV 2021 enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt – Beträge, Umsatzfaktoren und Mindestquoten kommen allein aus den AGB des jeweiligen Anbieters.

Spielerschutz: 1.000-€-Limit, OASIS, Panikbutton – was bei lizenzierten Anbietern gilt

Teilnehmen darf, wer 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV 2021). Pro Anbieter ist nur ein Konto mit voller Verifizierung zulässig (§ 6a GlüStV 2021). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter maximal 72 Stunden Spielbetrieb mit einem 100-€-Einzahlungslimit und ohne Auszahlung erlauben.

Das übergreifende Einzahlungslimit (§ 6c Abs. 1 GlüStV 2021) liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, technisch umgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit festlegen – bis 10.000 €, in einer Spanne von 10.000 bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler –, aber nur gegen nachweisbaren wirtschaftlichen Nachweis; eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung gilt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Paralleles Spielen ist nach § 6h GlüStV 2021 über die LUGAS-Aktivitätsdatei ausgeschlossen.

Die Sperrdatei OASIS (§§ 8, 8a GlüStV 2021) wird bei Registrierung und Login geprüft. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV 2021) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen – wer dort spielt, fällt durch sämtliche Schutznetze.

Zahlungen (§ 6b Abs. 4 GlüStV 2021) sind nur von einem Zahlungskonto zulässig, das auf den Namen des Spielers bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut läuft; anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus den lizenzierten Angeboten heraushält. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen AGB. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV 2021 innerhalb von fünf Werktagen gebührenfrei ausgezahlt.

Was bei unlizenzierten Anbietern fehlt

Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bietet in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV 2021). Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Strafrechtlich ist das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, Werbung nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme (§ 285 StGB) ist mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt. Strafverfolgungen gegen einzelne Spieler sind nicht etabliert – weder eine Entwarnung noch ein Anlass zur Dramatisierung. Was bleibt: kein OASIS, kein LUGAS, keine deutsche Anlaufstelle.

Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hat EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Rückzahlung ist damit niemandem versprochen – wer spielt, spielt auf eigenes Risiko.

Badminton verstehen: Zählweise, Disziplinen, Spielplan

Badminton wird auf einem 13,40 m langen und 6,10 m breiten Feld gespielt, im Einzelfeld ist es 5,18 m breit. Gespielt wird in fünf Disziplinen: Dameneinzel, Herreneinzel, Damendoppel, Herrendoppel und Mixed. Ein Match geht über zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte; ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung erreicht. Bei 20:20 wird verlängert, bis ein Vorsprung von zwei Punkten besteht oder 30 Punkte erreicht sind – ein Satzergebnis von 30:29 ist also möglich. Die heute geltende Rallypoint-Zählung, bei der jeder Ballwechsel einen Punkt bringt, gilt seit dem 6. Mai 2006 weltweit; vorher konnte nur die aufschlagende Partei punkten. Ab 2027 soll auf der BWF World Tour auf zwei Gewinnsätze bis 15 Punkte verkürzt werden, mit Verlängerung bis 21 – die Generalversammlung 2025 hat das mit 82 Prozent Zustimmung beschlossen. Für Wetten, die in 2026 abgeschlossen werden, gilt die alte Zählweise.

Der Weltverband BWF (Badminton World Federation) ging aus der 1934 gegründeten International Badminton Federation hervor und trägt seinen Namen seit 2006. Die Mannschaftswettbewerbe sind feste Größen: Der Thomas Cup (Herren-Nationalteams) wird seit 1949 ausgetragen, der Uber Cup (Damen-Nationalteams) seit 1957, der Sudirman Cup (gemischte Teams) seit 1989. Die All England Championships gibt es seit 1899; sie gehören wie die China Open, die Malaysia Open und die Indonesia Open zur Kategorie BWF World Tour Super 1000.

Welche Partien ein Buchmacher anbietet

Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter Badminton sucht, findet typischerweise nur die Spitzenevents: Herren- und Dameneinzel ab dem Viertelfinale der BWF World Super-Turniere, gelegentlich Halbfinale und Finale. Doppelfinals sind seltener, der Mixed-Wettbewerb fehlt häufig. In den Vorrunden und kleineren Turnieren ist das Angebot oft leer. Das ist kein Versäumnis eines einzelnen Anbieters – die Nachfrage ist im Vergleich zu Fußball oder Tennis klein, und die GGL-Beschränkung, nur auf von ihr zugelassene Wettmärkte zu setzen, setzt dem Angebot einen Rahmen. Wer auf eine konkrete Partie wetten will, prüft das Sportwettprogramm des Anbieters vor der Turnierwoche.

Wettarten auf Badminton: Satz, Handicap, Über/Unter

Drei Wetttypen decken die meisten Badminton-Märkte ab: Siegerwette (Sieg im Match), Satzwette (Sieger eines bestimmten Satzes) und Handicap. Eine Siegerwette ist die einfachste Form: Wer das Match gewinnt, gewinnt die Wette. Bei einer Satzwette wird auf den Gewinner des ersten, zweiten oder dritten Satzes gesetzt; möglich sind auch Satzwetten auf ein exaktes Satzergebnis (21:18, 21:19, 22:20 usw.). Wegen der Verlängerung bis 30:29 sind die exakten Satzergebnisse zahlreich, und Buchmacher bieten sie nur für die populärsten Partien an.

Ein Handicap im Badminton verschiebt das Satzverhältnis künstlich: Eine Wette auf „Spieler A −1,5 Sätze“ ist nur gewonnen, wenn Spieler A das Match 2:0 in Sätzen gewinnt. Bei asiatischem Handicap auf Satzpunkte wird mit halben oder ganzen Satzvorgaben gearbeitet; ein Handicap von +2,5 Punkten auf Spieler B bedeutet konkret: Spieler B bekommt zu jedem Satzstand 2,5 Punkte addiert, und der Wettende rechnet, ob die Wette so ausgeht. Die Quote verändert sich entsprechend – je weiter das Handicap von der Realität abweicht, desto höher die Quote auf den Favoriten, desto niedriger auf den Außenseiter. Da der Satzvorsprung im Badminton in den meisten Spielen 2:0 ausfällt, sind Handicap-Linien auf den Gewinner des ersten Satzes oft attraktiver als die reine Siegerwette.

Live-Wetten: nur ein Schritt pro Spiel

Die Live-Regel (§ 21 Abs. 4 GlüStV 2021) trifft Badminton hart: Pro Spiel darf während des laufenden Matches nur eine Aktion gewettet werden, etwa „nächster Satz“. Der nächste Punkt im aktuellen Satz ist im lizenzierten deutschen Markt nicht erlaubt; Ball-für-Ball-Wetten wie beim Tennis-Anbieter im Ausland gibt es hier nicht. Das ist keine Marotte der Anbieter, sondern die GGL-Vorgabe. Wer schnelle In-Play-Entscheidungen sucht, ist im lizenzierten deutschen Badminton-Angebot falsch.

Wie eine Quote zustande kommt – und was sie kostet

Eine Quote ist das, was der Anbieter für einen Einsatz von 1 € zurückzahlt, wenn die Wette eingeht. Eine Quote von 1,90 heißt: Einsatz 10 €, Auszahlung 19 € bei Sieg, Reingewinn 9 €. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Einzelwetten.

Der „Preis“ der Quote ist die Marge des Marktes: Was der Anbieter pro 1 € Umsatz auf diesem Markt einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quote 1,90 / 1,90 ergibt sich die Auszahlungsquote als Kehrwert der Summe der Kehrwerte der einzelnen Quoten – 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500, also 95,00 %. Die Marge ist die Differenz zu 100 %: 5,00 %. Das ist der Anteil, den der Markt langfristig pro 1 € Einsatz einbehält – nicht pro einzelner Wette, sondern im Durchschnitt über sehr viele Wetten. Wer ohne Informationsvorteil auf einen ausgeglichenen Markt setzt, verliert langfristig rund 5 Cent pro 1 € Einsatz.

Bei einem Drei-Wege-Markt – etwa Sieger, Herausforderer oder genau ein dritter Pfad – erhöht sich die Marge ceteris paribus, weil ein dritter Kehrwert in die Summe eingeht. Bei einem Spread auf Satzpunkte (Über/Unter einer Punktzahl im Satz) ist die Marge ähnlich kalkuliert, oft etwas höher, weil der Buchmacher das Punktniveau der Spieler schlechter einschätzen kann und einen Risikoaufschlag nimmt. Diese Spanne – je nach Markt zwischen etwa 3 % und 8 % – ist der Boden, auf dem jede Quotenbewertung steht. Wer die Marge nicht kennt, vergleicht Quoten, ohne zu wissen, was sie kosten.

Spieler­schutz konkret: was bei einer Sperre passiert

Wer sich selbst sperren lässt, kann zwischen mindestens drei Monaten und unbegrenzt wählen. Während der Sperre darf der Anbieter weder Werbung senden noch Zahlungen für Spielzwecke entgegennehmen. Eine Aufhebung der Sperre ist frühestens nach Ablauf der Frist und nach erneuter Antragstellung möglich; die GGL-Praxis verlangt eine Wartezeit und einen persönlichen Antrag. Wer über OASIS gesperrt ist, wird bei jedem lizenzierten Anbieter in Deutschland abgewiesen – auch bei einem Wechsel des Anbieters. Eine Selbstsperre ist damit die einzige Sperre mit voller Wirkung im lizenzierten Markt.

Der Panikbutton ist die Kurzzeitsperre für den Moment: 24 Stunden, keine Auszahlung, keine Wetten, keine Werbung. Nach Ablauf läuft das Konto normal weiter, sofern keine anderweitige Sperre vorliegt. Wer mehrfach den Panikbutton drückt, sollte die dauerhafte Selbstsperre in Betracht ziehen – der Knopf ist ein Notausgang, kein Dauerzustand.

Die 10 lizenzierten Badminton-Wettanbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht führt die zehn Anbieter, die auf der GGL-Whitelist (Stand 2. Oktober 2026) mit einer Sportwetten-Erlaubnis für eine .de-Domain eingetragen sind. Aufgeführt sind der Markenname, der Whitelist-Status, der eingetragene Erlaubnisinhaber und das Datum der Ersterlaubnis; das Datum steht auf der Whitelist, ein Enddatum ist dort nicht vermerkt.

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Erlaubnis seit
Sportingbet Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Tiptorro Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Torro Tec Limited 30.06.2021
Bet3000 Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Tipwin Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Tipwin Limited 09.10.2020
Betway Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Betway Limited 09.03.2021
bet365 Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Wettarena Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020
Tipico Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Tipico Co. Limited 09.10.2020
AdmiralBet Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet-at-home Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020

Was die Tabelle nicht zeigt: Welcher dieser Anbieter tatsächlich Badminton im laufenden Programm führt. Eine Whitelist-Erlaubnis ist die Eintrittskarte zum deutschen Markt, nicht das Versprechen, dass jede Sportart im Wettprogramm steht. Die folgende Einzelbetrachtung prüft für jeden Anbieter, was an dokumentierten Badminton-Hinweisen verfügbar ist – und wo das Wettprogramm eigenständig zu prüfen ist.

Sportingbet – Wettprogramm individuell prüfen

Sportingbet ist mit einer Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022 auf der GGL-Whitelist eingetragen. Das Wettangebot umfasst einen Konfigurator+ und Live-Wetten; das Sportarten-Portfolio, das der Anbieter selbst bewirbt, listet Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker – Badminton ist dort nicht aufgeführt. Wer Badminton wetten will, prüft das aktuelle Wettprogramm direkt im Wettschein des Anbieters, denn die beworbenen Sportarten sind nicht zwingend abschließend. Das Urteil fällt nüchtern aus: lizenziert und solide im Fußball- und Tennis-Bereich, aber für Badminton derzeit keine dokumentierte Schnittstelle im Marketing-Material.

Tiptorro – lizenziert, Badminton im Wettprogramm eigenständig prüfen

Tiptorro wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten; der Anbieter beschreibt sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 30. Juni 2021, eine Folgeerlaubnis auf den 27. Dezember 2022. Ob Badminton bei Tiptorro im Wettprogramm steht, zeigt der Blick in die aktuelle Wettauswahl. Für Badminton-Spieler heißt das: Lizenz und Whitelist stehen, der Inhalt des Wettprogramms ist im Wettschein zu prüfen. Wer einen Anbieter mit einem breiten Randsportarten-Portfolio sucht, prüft bei Tiptorro die aktuelle Wettliste.

Bet3000 – neue Erlaubnis seit April 2026

Bet3000 hat die Ersterlaubnis am 22. April 2026 erhalten – das ist die jüngste Erst-Erlaubnis in dieser Übersicht. Inhaber ist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Eine ausführliche Badminton-Bewerbung findet sich im verfügbaren Material nicht. Wie bei den anderen Anbietern gilt: Das Wettprogramm ist die einzige verlässliche Quelle. Die kurze Zeit seit der Ersterlaubnis bedeutet nicht, dass Badminton fehlt – aber es bedeutet, dass der Anbieter sein Portfolio gerade erst aufbaut. Geduld zahlt sich aus, wachsam bleiben ebenso.

Tipwin – lizenziert, Partnerschaft im Basketball

Tipwin ist mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 27. Dezember 2022 und 9. Januar 2024 auf der Whitelist. Der Anbieter ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes (DBB); die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre. Das ist ein Indikator für den Sportarten-Fokus: Basketball wird über eine nationale Partnerschaft sichtbar unterstützt. Für Badminton heißt das: keine erkennbare Schwerpunktsetzung im verfügbaren Material, und das Sportarten-Portfolio ist nicht abschließend dokumentiert.

Betway – Konfigurator und Cash-Out-Funktion

Betway ist seit dem 9. März 2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022 whitelisted. Die App bewirbt den Betway-Cash-Out: Das grüne Symbol erscheint unter „Meine Wetten“, der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Für Fußball gibt es einen Wettkonfigurator, der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Für Badminton findet sich im verfügbaren Material kein expliziter Hinweis – ein Fußball-zentrierter Konfigurator ist nicht ohne weiteres auf Badminton übertragbar. Die Cash-Out-Funktion selbst ist ein Feature, das in der Praxis nur greift, wenn die Wette platziert werden kann.

bet365 – eine der bekanntesten Whitelist-Marken

bet365 wird auf der GGL-Whitelist unter der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta geführt; Ersterlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 27. Dezember 2022. bet365 ist eine der größten Sportwetten-Marken weltweit. Im verfügbaren Material für diese Übersicht findet sich keine konkrete Badminton-Bewerbung. Bei einem Anbieter dieser Größe ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass BWF-Turniere im Wettprogramm stehen, als bei kleinen Wettanbietern – aber es ist kein Ersatz für den Blick ins aktuelle Sportwettprogramm. Lizenz und Marke stehen; der Inhalt ist zu prüfen.

Wettarena – gleicher Inhaber wie Bet3000

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, angeboten – demselben Inhaber wie Bet3000. Die Whitelist-Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis auf den 15. Dezember 2022. Im verfügbaren Material findet sich keine konkrete Badminton-Bewerbung. Da Wettarena und Bet3000 denselben Inhaber haben, ist eine identische oder sehr ähnliche Wettprogramm-Struktur plausibel – aber nicht sicher. Die AGB und das Wettprogramm sind die einzigen verlässlichen Quellen.

Tipico – lizenziert, App mit Cashout und Live-Wetten

Tipico ist mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022 whitelisted. Die App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Ob Badminton bei Tipico fest im Wettprogramm verankert ist, zeigt der Blick ins Sportwettprogramm. Tipico ist der Anbieter, der in dem im Abschnitt „Was bei unlizenzierten Anbietern fehlt“ beschriebenen BGH-Verfahren vor dem EuGH steht – es geht um die Rückzahlung von Einsätzen aus den Jahren 2013 bis 2018, als noch keine deutsche Erlaubnis vorlag.

AdmiralBet – Erlaubnis mit drei Verlängerungen

AdmiralBet ist mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024 auf der Whitelist; Inhaber ist die Greentube Betting Malta Limited. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht seit dem 28. September 2022 – das ist eine andere Erlaubnis als die Sportwetten-Erlaubnis und gilt nur für das Casino-Angebot. Im verfügbaren Material findet sich keine konkrete Badminton-Bewerbung. Die solide Whitelist-Historie mit drei Erlaubnis-Schritten ist ein Vertrauensindikator; das Badminton-Programm bleibt offen.

bet-at-home – Whitelist-Eintrag mit Folgeerlaubnis

bet-at-home ist mit Ersterlaubnis vom 2. November 2020 und Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 auf der Whitelist; Inhaber ist die Bet-at-home.com Internet Limited. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 28. Dezember 2022 – wieder ein anderes Regime als die Sportwetten-Erlaubnis. Im verfügbaren Material findet sich keine konkrete Badminton-Bewerbung. bet-at-home ist traditionell im Fußball und Tennis stark, das Badminton-Portfolio ist nicht belegt.

Was die Whitelist-Erlaubnis konkret bedeutet

Eine GGL-Erlaubnis steht nicht für ein bestimmtes Wettprogramm. Sie steht für die Erlaubnis, in Deutschland Sportwetten zu veranstalten – unter den Regeln des GlüStV 2021. Daraus folgt: ein 1.000-€-Standardlimit pro Monat, OASIS-Anbindung, vollständige Verifizierung vor der Auszahlung, kein anonymer Zahlungsweg. Wer mit höheren Einsätzen spielt, kann beim Anbieter einen Antrag auf ein höheres Limit stellen, braucht aber einen wirtschaftlichen Nachweis. Das Limit wird über die LUGAS-Limitdatei zentral verwaltet – wer bei Anbieter A 1.000 € ausgeschöpft hat, kann bei Anbieter B nicht einfach weiter einzahlen.

Die Erlaubnis bedeutet außerdem: Live-Wetten nur in dem engen Rahmen, den § 21 Abs. 4 GlüStV 2021 setzt. Badminton-Live-Wetten sind im lizenzierten Markt auf „nächster Satz“ reduziert. Wer Mikrowetten auf den nächsten Punkt sucht, ist im lizenzierten Markt falsch. Das ist keine Marotte, sondern die Folge der regulatorischen Linie, die der GlüStV 2021 vorgibt.

Kosten im Detail: Was die Marge konkret heißt

Ein Zwei-Wege-Markt mit Quote 1,90 auf beiden Seiten – etwa ein fiktives Herreneinzel zwischen zwei gleich starken Spielern – hat eine Auszahlungsquote von 95,00 % und damit eine Marge von 5,00 %. Auf 1.000 € Umsatz in diesem Markt zahlt der Anbieter im Durchschnitt 950 € zurück und behält 50 € ein. Auf 10.000 € sind es 500 € Marge, die langfristig beim Anbieter bleiben.

Bei einem Drei-Wege-Markt – etwa Sieger Match / Sieger Satz / ein dritter Pfad – erhöht sich die Marge, weil ein zusätzlicher Kehrwert in die Summe eingeht. Beispielrechnung: Quote 2,40 / 2,40 / 4,50. Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/2,40 + 1/2,40 + 1/4,50) = 1 ÷ (0,4167 + 0,4167 + 0,2222) = 1 ÷ 1,0556 = 94,73 %. Marge 5,27 %. Der dritte Pfad kostet also etwa 0,3 Prozentpunkte zusätzliche Marge.

Bei einem Über/Unter auf Satzpunkte ist die Marge typischerweise höher als beim geraden Zwei-Wege-Markt, weil der Buchmacher das genaue Punktniveau schlechter prognostizieren kann und einen Risikoaufschlag nimmt. Konkrete Werte: 6 % bis 8 % sind im Badminton-Über/Unter-Markt nicht ungewöhnlich. Wer Quoten vergleicht, vergleicht also nicht zwingend Margen – die Margen sind das, was die Quoten langfristig kosten.

Wettsteuer: nicht jede Wette kostet gleich viel

Die Wettsteuer von 5,3 % auf den Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“ (rund 5,03 % des Einsatzes) wird vom Veranstalter abgeführt, nicht vom Spieler. Wie der Anbieter das intern behandelt, ist seine Entscheidung. Drei Modelle sind am Markt verbreitet:

Welches Modell ein Anbieter fährt, steht in dessen AGB – nicht auf der Wettsteuer-Bestätigung des Finanzamts. Wer die effektive Marge einer Wette berechnen will, addiert zur Buchmacher-Marge die Wettsteuer-Last des eigenen Modells.

Kombiwetten: Marge multipliziert sich

Eine Kombiwette aus zwei Einzelwetten mit jeweils 5,00 % Marge hat eine kombinierte Marge von etwa 9,75 % – die Margen addieren sich nicht linear, weil die Auszahlungsquoten multipliziert werden. 0,9500 × 0,9500 = 0,9025, Marge 9,75 %. Bei drei Einzelwetten sind es etwa 14,3 %, bei vier 18,5 %. Wer Kombiwetten mit vielen Beinen spielt, spielt gegen eine Marge, die mit jedem Bein wächst. Das ist der Mechanismus, der Kombiwetten trotz scheinbar hoher Quoten langfristig unattraktiv macht.

Bonus und Willkommensangebote: was ein Bonus wirklich kostet

Der GlüStV 2021 enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt. Beträge, Umsatzfaktoren und Mindestquoten kommen aus den AGB des Anbieters. Was ein Bonus „kostet“, ist daher nicht im GlüStV 2021 normiert, sondern in der konkreten Ausgestaltung. Drei Kostenkomponenten sind verbreitet:

Die effektive Kosten eines Bonus berechnen sich aus Umsatz × Marge des gewählten Marktes. Beispiel: 500 € Umsatz bei einer Marge von 5 % (typischer Zwei-Wege-Markt mit Quote 1,90) kosten den Spieler 25 € auf dem Weg zur Auszahlung des Bonus. Wer 500 € auf Märkten mit 7 % Marge umsetzt, gibt 35 € aus. Wer 500 € auf Kombiwetten mit 10 % Marge umsetzt, gibt 50 € aus – und der Bonus ist möglicherweise nur 100 € wert, also netto ein Verlustgeschäft.

Diese Rechnung zeigt, warum die Werbeaussage „100 % Bonus“ eine andere Frage beantwortet als die Frage, die ein Spieler stellt: Wie viel vom Bonus bleibt am Ende übrig? Die ehrliche Antwort kommt aus den AGB – nicht aus der Werbung.

Live-Streams, Konfigurator und andere Features: was auf der Whitelist steht

Live-Streams von Sportarten sind in Deutschland nicht durch den GlüStV 2021 reguliert – sie sind ein Feature des Anbieters. Wettstar etwa zeigt Live-Streams von Pferderennen aus Deutschland und der ganzen Welt. Winamax bietet mit Winamax TV Live-Streams aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie, MLS, von den vier Grand-Slam-Turnieren und allen ATP- und WTA-Turnieren sowie von NBA und NFL. Für Badminton finden sich in den verfügbaren Materialien keine entsprechenden Hinweise; die Wahrscheinlichkeit, dass ein lizenzierter deutscher Anbieter ein Badminton-Turnier live streamt, ist gering, weil das Sportarten-Portfolio der Streaming-Anbieter sich auf Mainstream-Sportarten konzentriert.

Der Konfigurator+ von Sportingbet und der Wettkonfigurator von Betway sind Fußball-zentriert. Ob sich Badminton-Partien damit konfigurieren lassen, hängt von der jeweiligen Freischaltung im Sportwettprogramm ab; wer einen Badminton-Konfigurator erwartet, prüft das aktuelle Wettprogramm.

Der Cash-Out ist eine Funktion, die nicht im GlüStV 2021 normiert ist. Betway bewirbt den Cash-Out prominent; Tipico listet den „Tipico Cashout“ in der App-Beschreibung. Beide Anbieter werben mit dem Feature, ohne dass es eine verpflichtende Funktion wäre. Im Badminton ist der Cash-Out nur verfügbar, wenn die Wette platziert werden konnte – was im lizenzierten Markt bei Live-Wetten auf den nächsten Satz möglich ist.

Was die Spieler im Wettprogramm konkret prüfen

Wer auf Badminton wetten will, öffnet das Wettprogramm des Anbieters, filtert nach „Badminton“ und sieht – in den meisten Fällen – eine kleine Auswahl. Die folgenden Punkte helfen, den Inhalt zu beurteilen:

Wer vor der Turnierwoche prüft, spart sich das Warten auf das Viertelfinale – und merkt, wenn der Anbieter Badminton gar nicht im Programm hat. Bei Anbietern, die in der Werbung Badminton nicht erwähnen, ist die Wahrscheinlichkeit eines breiten Angebots gering. Wer auf Badminton setzen will, prüft das Wettprogramm frühzeitig.

Verifizierung und Kontoeröffnung: der 72-Stunden-Übergang

Wer ein Konto bei einem lizenzierten Anbieter eröffnet, durchläuft nach § 6a GlüStV 2021 die vollständige Verifizierung. Vor der Verifizierung darf der Anbieter maximal 72 Stunden Spielbetrieb erlauben – mit einem 100-€-Einzahlungslimit und ohne Auszahlung. Wer in dieser Frist Gewinne erzielt, kann sie erst nach der Verifizierung auszahlen lassen.

Die Verifizierung umfasst die Identitätsprüfung (Personalausweis oder Reisepass), die Adressbestätigung (Meldebescheinigung oder Kontoauszug) und die Zahlungsmittel-Prüfung (§ 6b Abs. 4 GlüStV 2021). Das Zahlungsmittel muss auf den Namen des Spielers laufen und von einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut stammen. Kreditkarten auf den Namen Dritter, anonyme Kryptowährungen und nicht-personenbezogene Prepaid-Karten sind nicht zugelassen.

Die Verifizierung ist die Voraussetzung für die Auszahlung. Wer den Prozess abbricht, kann nicht auszahlen – auch nicht den eingezahlten Betrag. Das ist die formale Hürde, die den lizenzierten Markt von Offshore-Anbietern unterscheidet.

Auszahlung: 5 Werktage, gebührenfrei

Nach § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV 2021 wird das Guthaben bei Kontoschließung innerhalb von fünf Werktagen gebührenfrei ausgezahlt. Die Frist gilt für die Auszahlung auf das verifizierte Zahlungskonto. Im laufenden Betrieb sind Auszahlungen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden möglich, sofern keine zusätzliche Prüfung nötig ist. Die Bearbeitungsdauer ist anbieterspezifisch und steht in den AGB.

Das Guthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Das bedeutet: Im Fall einer Insolvenz des Anbieters ist das Spielerguthaben geschützt und wird von einem Treuhänder ausgezahlt. Offshore-Anbieter bieten diesen Schutz nicht.

Wettsteuer konkret: eine Beispielrechnung

Eine Wette von 100 € auf Quote 1,90 – Herreneinzel, Spieler A gewinnt. Drei Modelle:

Die Differenz zwischen den drei Modellen ist real: Im ersten Modell bekommt der Spieler 179,93 €, im zweiten 185,23 €, im dritten 190 €. Das ist die Spanne, die das Steuermodell eines Anbieters ausmacht – mehr, als die meisten Quotenvergleiche hergeben. Wer langfristig spielt, wählt das Modell, das die eigene Spielweise am wenigsten bestraft.

Bonus-Beispielrechnung: was ein 100-%-Bonus wirklich kostet

Ein 100-%-Bonus auf 100 € Einzahlung, 5-facher Umsatz, Mindestquote 1,80, 90 Tage Frist. Spieler hat 100 € Eigengeld + 100 € Bonus = 200 € Spielguthaben. Bonus-Auszahlung erfordert 500 € Umsatz zu Quote ≥ 1,80.

Wer auf einem Zwei-Wege-Markt mit 5 % Marge und Quote 1,90 spielt, gibt im Schnitt 25 € an Marge aus, um die 500 € umzusetzen. Wer auf einem Über/Unter-Markt mit 7 % Marge spielt, gibt 35 € aus. Wer auf Kombiwetten mit 10 % Marge spielt, gibt 50 € aus. Bei einem 100-€-Bonus ist der Break-even-Punkt 100 € Marge. Wer 5 % Marge spielt, gewinnt 75 €. Wer 10 % Marge spielt, verliert 50 € auf 100 € Bonus.

Die Rechnung zeigt, warum die Werbeaussage „100 % Bonus“ irreführend ist: Der Bonus selbst ist nicht der Gewinn, sondern der Einsatz, mit dem der Anbieter den Spieler an sein Wettprogramm bindet. Der wahre Wert ist negativ, wenn die Marge der gewählten Märkte den Bonus übersteigt – und sie übersteigt ihn bei Kombiwetten mit vielen Beinen fast immer.

Häufig gestellte Fragen

Auf welche Badmintonturniere bieten lizenzierte deutsche Anbieter Wetten an?

Die GGL-Whitelist führt 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis; ob und in welchem Umfang ein Anbieter Badminton im Programm führt, ist nicht aus der Whitelist ersichtlich. In der Praxis decken die Anbieter vor allem die BWF World Tour Super 1000 ab – All England Championships, China Open, Malaysia Open, Indonesia Open – sowie die Mannschafts-Weltcups Thomas Cup, Uber Cup und Sudirman Cup in den Finalrunden. Herren- und Dameneinzel ab dem Viertelfinale sind am häufigsten vertreten, Doppelfinals und Mixed-Wettbewerbe seltener. Wer ein bestimmtes Turnier sucht, prüft das Sportwettprogramm des Anbieters vor der Turnierwoche, weil das Angebot je nach Saison und Buchmacher schwankt.

Wie wirkt sich die Zählweise bis 21 Punkte mit Verlängerung bis 30 auf Satz- und Handicapwetten aus?

Beim Badminton wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt; ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung erreicht. Bei 20:20 wird verlängert, bis ein Vorsprung von zwei Punkten besteht oder 30 Punkte erreicht sind – ein Satzergebnis von 30:29 ist möglich. Für eine Satzwette auf „Spieler A gewinnt Satz 1“ bedeutet das: Der Satz kann 21:18 enden, aber auch 22:20 oder 30:29. Eine exakte Satzergebnis-Wette (21:18, 21:19, 22:20 usw.) ist wegen der Verlängerung mit mehr möglichen Ausgängen verbunden als im Tennis, und der Buchmacher bietet sie nur für ausgewählte Partien an. Ein Handicap auf den Satzstand (−1,5 / +1,5) wirkt genauso wie im Tennis: −1,5 ist nur gewonnen, wenn das Match 2:0 endet.

Was bedeutet Handicap bei einer Badmintonwette, und wie verändert es die Quote?

Ein Handicap verschiebt den Ausgangspunkt der Wette künstlich. Ein Handicap von −1,5 Sätzen auf Spieler A bedeutet: Die Wette ist nur gewonnen, wenn Spieler A das Match 2:0 in Sätzen gewinnt; ein 2:1-Sieg reicht nicht. Ein Handicap von +1,5 Sätzen auf Spieler B bedeutet: Die Wette ist bereits gewonnen, wenn Spieler B einen Satz gewinnt. Je weiter das Handicap vom realistischen Ausgang entfernt ist, desto höher die Quote auf den Favoriten, desto niedriger auf den Außenseiter. Bei asiatischem Handicap auf Satzpunkte werden halbe oder ganze Vorgaben addiert; ein +2,5-Punkte-Handicap auf Spieler B im ersten Satz heißt: Zum tatsächlichen Satzstand werden 2,5 Punkte addiert, und der Wettende rechnet, ob die Linie überschritten wird. Das Handicap verändert die Quote, weil es das Risiko verschiebt – mehr Risiko für den Favoriten heißt höhere Quote, weniger Risiko für den Außenseiter heißt niedrigere Quote.

Welche Einschränkungen gelten für Live-Wetten auf Badminton nach dem Glücksspielstaatsvertrag?

Nach § 21 Abs. 4 GlüStV 2021 darf während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf „nächste Aktion“ gewettet werden – und nur in Sportarten, in denen solche Aktionen selten sind. Für Badminton bedeutet das: Pro Spiel ist eine Live-Wette auf den nächsten Satz zulässig; eine Wette auf den nächsten Punkt im laufenden Satz ist im lizenzierten deutschen Markt nicht erlaubt. Der Anbieter darf pro Partie nur eine Live-Wette pro Zeitfenster anbieten; die GGL-Praxis schreibt das in den Erlaubnisbescheiden fest. Mikrowetten, wie sie im asiatischen Markt oder bei ausländischen Anbietern verbreitet sind, gibt es in Deutschland nicht. Die Auszahlung erfolgt nach dem offiziellen Ende des Ereignisses, nicht in Echtzeit.

Wie wird die Sportwettensteuer von 5,3 % bei Badmintonwetten berücksichtigt?

Die Wettsteuer beträgt 5,3 % auf den Bemessungsgrundlage „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18 RennwLottG), also rund 5,03 % des Einsatzes. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung: Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab (geringerer Wetteinsatz, geringere Auszahlung), manche vom Gewinn (voller Einsatz, reduzierte Auszahlung), manche übernehmen die Steuer (volle Auszahlung, Anbieter trägt die Last). Das Modell steht in den AGB. Eine korrekte Aussage über die eigene Wette verlangt, das Modell des Anbieters zu kennen – nicht den Steuersatz zu kennen.

Woran ist ein lizenzierter Badminton-Wettanbieter auf der GGL-Whitelist zu erkennen?

Die GGL-Whitelist unter glücksspiel-behoerde.de listet alle Anbieter, denen die GGL eine Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021 erteilt hat. Die Liste wird täglich aktualisiert; der Stand 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge aus, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis. Ein Eintrag enthält den Markennamen, den Erlaubnisinhaber mit Sitz, die Domain und das Datum der Ersterlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Lizenz – entscheidend ist der Whitelist-Eintrag. Wer einen Anbieter prüft, sucht den Domain-Namen in der Whitelist; wer nicht auf der Whitelist steht, bietet in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel an. Die Whitelist ist der einzige verlässliche Test – Werbung, AGB-Aussagen und selbst das Impressum können eine Lizenz nicht ersetzen.

Inhalt erstellt vom Team «wettanbieterneu»